Vom Regen weggespült …

… werden wir ja derzeit durch die Regenzeit recht häufig, und auch am 22.06. war wieder einer dieser Tage. Kei hatte beschlossen, sich dem Deutschtest Stufe 3 zu stellen, und zwar an der …. Tatatadaaa: Waseda-Universität. Für alle nicht ganz so bewanderten Leute: Die Waseda-Universität zählt mit zu Japans besten Privatuniversitäten. Es wird gesagt, dass die zukünftige Wirtschaftselite Japans derzeit von der Waseda graduiert. Und da ich diese Uni unbedingt einmal gesehen haben wollte, stand fest, dass ich Kei dorthin begleite. Leider befindet sich die Waseda mitten in Tōkyō, weshalb wir mal wieder recht früh aufstehen mussten, denn die Fahrt sollte zwei Stunden dauern. Und es sollte mal wieder den gesamten Tag nur regnen.

Als wir die Waseda-Uni nach gefühlten 30 Stunden endlich erreichten, waren meine Schuhe bereits komplett durchnässt. Kei begab sich dann in sein Prüfungszimmer und ich mich auf die Suche nach einem Platz, an dem ich die nächsten drei Stunden verbringen konnte. Ich latschte also den Campus ab, nur um festzustellen, dass ÜBERALL an der Uni Tests abgehalten wurden und somit jedes Gebäude für mich gesperrt war. Machte auch nichts, von innen waren die Gebäude nämlich alles andere als schön. In denen wollte ich keine drei Stunden verbringen *pf* Da sieht man mal wieder, wo die Uni so spart. Also, Planänderung: Ich setzte mich in einen nahegelegenen McDonalds. Und hier fing der Tag dann an, irgendwie scheiße zu werden …

Ich hatte meine Jacke in Keis Tasche vergessen, bekam aber nur den Platz unter der Klimaanlage. Meine Socken waren – trotzdem ich sie auf der Toilette ausgewrungen hatte – klatschnass. Der Kaffee schmeckte mehr als nur bescheiden und der Rest der Leute war einfach nur laut. Ich knallte mir Musik auf die Ohren und begann, meine Präsentation für den kommenden Mittwoch zu übersetzen. Ich konnte mich trotz der Umstände sogar ziemlich gut konzentrieren und drei Stunden zogen ins Land …

Kurz vor Drei beschloss ich dann Kei von der Uni abzuholen, wollte mich aber auf Klo noch schnell etwas zurecht machen. Und da passierte mir das Unglück des Tages: Ich platzierte meine Tasche auf dem Wascheckenrand, sie rutschte ins Waschbecken … und was machte das Waschbecken? Geht automatisch an und befördert eine volle Ladung Wasser in meine geöffnete (!!!) Tasche, in der sich Handy, IPod, Geldbörse, die Klamotten für den Abend (Basti feierte nämlich seinen Geburtstag nach) und meine ganzen Unterlagen befanden … Die Schrecksekunde dauerte wahnsinnig lang. Ich riss meine Tasche aus dem Wachbecken und versuchte zu retten, was noch zu retten war …

Lange Rede kurzer Sinn: Ich trug am Abend immer noch die Klamotten vom Morgen, Handy und IPod überlebten den Anschlag glücklicherweise, die Übersetzung, an der ich drei Stunden gesessen habe, allerdings nicht … …. …. Erleichterung und unbändiger Hass machten sich zeitgleich in mir breit … Und wie stolz bin ich heute noch auf mich, dass ich keine 5 Minuten später schon wieder Witzchen vor Kei darüber reißen konnte!

Was haben wir gelernt: Haltet eure Handtaschen von automatischen Waschbecken fern. Immer!

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