Bei Santa in der Klinik

Da ereignete sich gestern zu unserem Einkauf also noch ein Wermutstropfen: Mein persönliches Horrorszenarium spielte sich direkt in meinem Mundraum ab. Gestern früh brach mir aus meinem rechten Backenzahn ungefähr ein halbes Stück meiner Füllung heraus und das bedeutete für mich: In Japan zum Zahnarzt gehen! Na super! In mir kamen alle Horrorerzählungen über japanische Zahnärzte, die ich von Bekannten und Lehrern jemals gehört hatte, auf einmal hoch und ich verspürte seltenst wenig Lust einen aufzusuchen… … … aber da musste ich durch …

Ronja war so nett mich zu begleiten, und so machten wir uns nach einem kurzen Test über Grammatik des JLPT 1 und 2 auf, um erst mal den ganzen Kram mit der Versicherung zu klären. Eigentlich hatte man uns zu Anfang des Semesters gesagt, zahnmedizinische Behandlungen würden nicht übernommen werden, aber eine einzige wollte man uns dann doch zugestehen. Was für ein Glück! Wir holten uns dann auch gleich noch eine Empfehlung für einen Zahnarzt von der Krankenschwester der Uni. Diese schickte uns zur „Santa Dental Klinik“. Diese Einrichtung war uns nicht unbekannt, denn wir waren schon des öfteren auf dem Weg zum Einkaufen an ihr vorbeigegangen. In dieser Klinik scheint das ganze Jahr Weihnachten zu sein: Auf dem Schild vor dem Eingang trägt das Kanji für Zahn, 歯, eine Weihnachtsmann-Mütze, und überall wuseln kleine Weihnachtsmänner herum – an Fenstern, Türen und auf dem Dach. Des häufigeren Zielscheibe unserer (nett gemeinten) Witzeleien, musste ich jetzt also in diese Klinik und mich behandeln lassen. Und ich kann nicht behaupten, dass ich nicht supernervös gewesen wäre. Zum Glück war meine Maus dabei, um Händchen zu halten, was gerade am Ende der Behandlung echt nötig gewesen war, weil es teilweise doch ziemlich geschmerzt hat. Aber letztendlich schob mich die Sprechstundenhilfe ohne Probleme zwischen die bestellten Patienten, der Zahnarzt war unglaublich freundlich und meinem Zahn geht es jetzt wieder gut. Das Einzige, womit ich mich nicht anfreunden konnte, war das Handtuch, mit dem mir der Zahnarzt Augen und Ohren während der Behandlung abdeckte. Ich sehe doch eigentlich immer gerne, was mir da so in den Mund geschoben wird. Aber Ronja war gut dabei mich vorzuwarnen, und schließlich war die ganze Prozedur schneller vorbei, als sie angefangen hatte. Wir beide schafften es sogar noch allerpünktlichst zur zweiten Stunde zurück. Gott, sind wir ein paar Streber 😉 Und nochmal ganz, ganz vielen lieben Dank an die Maus für die Unterstützung und das Händchenhalten!

Und wieder geht ein Abenteuer der beiden deutschen Superheldinnen in Japan zu Ende. Schalten sich auch das nächste Mal ein, wenn es wieder heißt: „Aber das macht nichts, das können wir nämlich auch!“

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3 Antworten zu Bei Santa in der Klinik

  1. Tabea schreibt:

    Hatte Dr. Santa (wie heißt der eigentlich wirklich?) denn auch nen langen, weißen Bart? ^^

  2. Bastian schreibt:

    Zitat: „Ich sehe doch eigentlich immer gerne, was mir da so in den Mund geschoben wird.“

    Wie verträgt sich das mit dem Umstand, dass Dein Freund abends immer den Spiegel verdeckt? 😀

    Mal im Ernst, Du tust mir wirklich leid Diana, sowas wäre auch mein Horrorszenario, allerdings war mein Zahnarzt äußerst zufrieden mit meinen Füllungen… in diesem Sinne drei Mal aufs Holz geklopft und Dir gute Besserung.

    Ist ja nicht so, als ob eine aus so einem offenen Zahn resultierende Entzündung nicht lebensbedrohliche Konsequenzen haben könnte (zum Beispiel können Eitererreger ins Mediastinum gelangen und Entzündungen an den dort befindlichen Organen [Herz, Lunge etc.] hervorrufen – die Folgen können bleibende Schäden an den Organen sein, bis hin zum Herz- oder Lungenversagen) … in diesem Sinne ein Hoch auf den Nikolaus!

  3. nagarazoku schreibt:

    @Tabea
    Jaaaa, und einen dicken Bauch 😉

    @Basti
    Ich sollte aufpassen, was ich schreibe *augenroll*
    Und wenn ich so deinen letzten Abschnitt lese, bin ich doch ganz froh, hingegangen zu sein 😉

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