Wofür die Tōkai-Uni so ihr Geld ausgibt

Am Dienstag den 29.01 mussten durften wir uns auf den langen Weg nach Tōkyō begeben, um an der Feier des offiziellen Tōkai-Uni Members Club teilzunehmen, für welche wir uns vorher ja extra noch Anzugjacken zulegen mussten. Es regnete in strömen, wir waren dank Dresscode alle zu dünn angezogen und es dauerte anderthalb Stunden, bevor wir ankamen. Mit uns hingezwungen eingeladen waren die russischen Austauschstudenten, die uns anhand ihrer Kleiderwahl zeigten, dass wir uns um das Wort „formell“ gar nicht mal so viele Gedanken hätten machen müssen. Aber zu spät -.-

Die Feier war eine Ansammlung älterer Damen und Herren, die alle irgendwas mit der Tōkai zu tun hatten (wahrscheinlich ihr viel Geld geben), und in deren Reihe wir mal so gar nicht hineinpassen wollten. Warum wir letztendlich da waren, verstanden wir sowieso nicht. Unsere einzige Amtshandlung bestand darin, einmal in der Gruppe nach vorne zu gehen, uns zu verbeugen, sobald der eigene Name gesagt wurde, und dann schön in die Runde zu lächeln. Das war’s auch schon. Danach machten wir uns übers Buffet her, genossen die Aussicht aus dem 31. Stock auf die umliegenden Gebäude und wurden dann noch von einer unserer Lehrerinnen dem Sohn (?) des Universitätsgründers vorgestellt. Die Vorstellung lief ziemlich lustig ab. Wann immer er etwas aus seinem Leben erzählen wollte und ihm ein Detail entfallen war, rief er einen der umstehenden Schleimbolzen heran, welcher ihm dann schleimfreudestrahlend Auskunft gab. Ich bin inzwischen der Meinung, sie werden allein dafür bezahlt, sich an sein Leben zu erinnern.

Der Abend sonst war weitestgehend unspektakulär, aber unglaublich dekadent. Wie wäre es, wenn das hierbei verwendete Geld mal in unser Wohnheim gesteckt wird?

Irgendwie fieberte ich nur noch aufs Ende der Feier gegen 19. Uhr hin, denn unten in der Lobby wartete unsere Belohnung auf uns: ein Starbucks! Der wurde von uns belagert, kaum dass die Feier vorbei war. In schicken Anzügen und mit ’nem Becher Starbucks-Kaffee in der Hand fühlt man sich doch gleich noch mal viel wichtiger! Und der Heimweg war so auch ein bisschen (aber nur ein kleines bisschen) besser zu ertragen. Wenigsten wurden uns die Fahrtkosten erstattet.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Tōkai-Uni veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s