Was sich die Tōkai mal wieder so für uns ausgedacht hat …

Als wäre es nicht genug, dass wir zwei Plakat-Aktionen, ein Unigründungsfest, ein internationales Fest, zwei weitere Phototermine, einmal die Woche den Deutschlandtag, eine Singaktion zur Semestereröffnungsfeier (wir schmetterten „Die Gedanken sind frei“), demnächst ein Camp, in dem zwei von uns den Leuten da Deutsch beibringen sollen, und einen Besuch in einer Mittelschule über uns haben ergehen lassen, nein, die Tōkai-Uni lässt sich immer wieder gerne etwas Neues einfallen, um ihre Austauschstudenten aus dem Schrank zu holen und ungefragt Werbung mit ihnen zu machen.

So wurden wir also dann auch gebeten, nächste Woche Dienstag auf einem Treffen zu erscheinen, das wohl dem Austausch von Erfahrungen in Japan dienen soll. Also schön und gut, wir hatten auch nichts dagegen. Bis man uns eröffnete, dass das Ganze nicht auf dem Campus, sondern irgendwo in Tōkyō stattfinden würde und wir ungefähr 2 Stunden Fahrzeit alleine hin einrechnen dürften. Da wir am Mittwoch aber eine Hausarbeit einzureichen haben, lehnten wir bis auf Christoph alle dankend ab und für uns war die Sache damit erledigt.

Die Tōkai sah das allerdings ganz anders, und von ganz oben kam der Befehl: ALLE auf das Treffen. Vorher hieß es ja noch, schon einer würde reichen, weshalb wir dachten, wenn Christoph geht wären sie zufrieden, aber NEIN! Super! Kommt von der Uni, darf man dann wohl leider auch nicht nein sagen, was? Wir freundeten uns also mit dem Gedanken langsam an oder besser gesagt: Fanden uns damit ab. Bis gestern.

Wir erhielten alle eine nette Mail mit dem Inhalt, man möge doch bitte „formell“ gekleidet auftreten, also etwas Ähnliches wie einen Anzug tragen. Okay, ganz ehrlich: Mir ist in diesem Augenblick SO die Hutschnur geplatzt! Ich besitzte NICHTS Formelles! Ihr könnt mich alle mal formell am Arsch lecken! Anstatt froh zu sein, dass wir überhaupt hingehen, wo wir dem Büroaffen doch noch breit und lang erklärt haben, es würde für uns wegen den Prüfungen, die für uns doch Hauptfokus sein sollten, problematisch werden zu gehen, kommen sie jetzt noch mit ihren lustigen Bedingungen. Ich war echt gewillt, da absichtlich in Sneakern und meiner ausgewaschensten Jeans zu erscheinen. Aber dafür bin ich dann einfach zu gut erzogen und so mussten wir wohl oder übel alle in den sauren Apfel beißen und einkaufen fahren. Dass ich diesen Monat ETWAS knapp bei Kasse bin, dürfte nach der Aktion mit meiner Brille und einem Arztbesuch verständlich sein. Ronja geht es nicht besser. Und trotzdem mussten wir zusehen, dass wir irgendwo zumindest Anzugjacken herbekommen.

Unser Glück war, dass in einem der Läden in Ebina, in dem formelle Klamotten verkauft werden, gerade Ausverkauf war. Eine nette Dame nahm sich unser auch gleich an und half uns, etwas Passendes und halbwegs Billiges zu finden. Ich wusste ja nicht mal, wie so ein Ding zu sitzen hat! Für rund 65 € bekam jeder von uns eine Anzugjacke und ein passendes Hemd. Für solche Kleidung nun ja nicht sooo teuer, aber es ist halt wieder eine dieser ungeplanten Ausgaben, die nicht hätte sein müssen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ich die Klamotten nach dieser einen Feier noch mal gebrauchen kann … Aber gut, nun sind Ronja und ich zumindest oben rum schick, wer uns auf die Beine schaut, bekommt aufs Maul!

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