Odyssee auf dem Postamt

Heute haben Ronja und ich es gewagt ein Päckchen Richtung Heimat zu schicken. Da wir unsere Zimmernummer geändert haben und deshalb jetzt einen neuen Alien-Ausweis beantragen müssen, war unser Hauptziel EIGENGLICH das Rathaus in Hiratsuka, aber der Gang zur Post war einfach auch schon mehr als überfällig. Also, schnell zur Post! Ja, ja, schnell… Damit war dann leider doch schnell Essig …

Wir kamen auf dem vollkommen überfüllten und unterbesetzten Postamt an, trugen unsere Bitte vor – ein Päckchen Richtung Heimat – und erhielten dann die Aufkleber für die Päckchen, die wir bitte ausfüllen sollten. Wir machten uns also an die Arbeit. Zieladresse? Kein Problem! Land? Germany! Unsere Adresse? Alien-Ausweis rausgeholt und fein säuberlich die Kanji abgeschrieben! Was wollen sie verschicken? Okay, klar, weiß ja, was in dem Päckchen ist. Musste alles haarklein genau angeben werden, mit Wert, auch die zwei Päckchen KitKat für insgesamt 1,25 €! Okay, wird gemacht!

Währenddessen wurde das Postamt voller und voller und Ronja und ich mussten uns ganz ans Ende der Schlange begeben. Ich weiß nicht ob es daran lag, dass wir Ausländer sind, aber ich fühlte mich von den Herren und Damen des Postamtes – drücken wir es mal nett aus – doch leicht ignoriert. So wurde ein älterer Herr, der hinter Ronja stand, VOR ihr drangenommen. Nett! Nachdem wir uns dann endlich nach vorne gekämpft hatten, wurde uns freundlichst mitgeteilt, wir mögen doch bitte unsere Adresse in lateinischen Buchstaben schreiben. Da hab ich mir mit den Kanji eins abgemüht und dann so was??? Also die ganze Scheiße noch mal von vorn!!! Aaah! Hingesetzt, Zieladresse, eigene Adresse – diesmal in lateinischen Buchstaben – Inhalt, Wert. Und wieder ganz ans Ende der Schlange. Und es dauerte. Eine Ewigkeit! Und dann passierte die Dreistigkeit überhaupt. Ich war also endlich an der Reihe und wollte mein Päckchen aufgeben, da drängelte sich auf einmal ein älterer Herr an den Schalter und wollte irgendwas bezahlen. Okay, ja, alte Menschen auf der ganzen Welt scheinen dreist zu sein! Aber was macht der Herr vom Postamt? Bedient ihn sofort! Ich sah mir das Theater kurz mit an und meinte dann zum Mitarbeiter: „Entschuldigen Sie mal bitte, ich hab noch was Wichtiges zu erledigen, könnten wir also bitte die Reihenfolge beibehalten und zuerst mein Päckchen fertig machen?“ Ziemlich baff entschuldigte er sich, rief einen Kollegen heran, der sich um den alten Herren kümmerte, und fertigte dann mein Päckchen ab. Endlich! 11,25€ für 342g O_o  Also für das nächste Päckchen muss ich dann erst mal sparen, besonders, wenn es etwas mehr wiegen sollte ^^;

Insgesamt verbrachten wir über eine Stunde statt die geplanten 5 Minuten auf dem Postamt – gut, mit 5 Minuten waren wir vielleicht auch ETWAS optimistisch – und da das Rathaus ja schon um 17.00 Uhr schließt, war es damit heute dann auch Essig. Also die ganze Tour auf morgen verlegt, im konbini noch schnell was Süßes gekauft und ab ins Wohnheim – lernen und Hausaufgaben machen. Mein Leben ist ja so extra-spannend!

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2 Antworten zu Odyssee auf dem Postamt

  1. Petra schreibt:

    Haste toll gemacht, ganz meine Tochter! Hättest halt früher den Postbeamten zur Rede stellen sollen, die spinnen wohl. Freu mich jetzt schon auf das Päckchen. Wenn du irgendetwas brauchst, dann sag Bescheid.

  2. nagarazoku schreibt:

    Das mach ich! Ronja und ich haben auch einen recht schnellen Service benutzt, in etwa einer Woche sollte das Päckchen (okay, ist ein Umschlag ^^) bei euch eintrudeln. Sagt mir dann auf jeden Fall Bescheid!

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