[Unterwegs] O’zapft is’s in Japan

Heute hat es uns nach Yokohama verschlagen. Frühmorgens um 9.30 Uhr ging es los mit einem Haufen Deutsch lernender Japaner, einigen Norwegern und unserem Finnen Pauli. Ziel war vor allem das berühmt-berüchtigte Chinatown, chūkagai 中華街.

Zu meiner Freude hatte mir Ryōta heute mein elektronisches Wörterbuch mitgebracht – eine große Erleichterung für die anstehenden Unterrichtsstunden! Ab jetzt kann es richtig losgehen!

Da es Sonntag und dementsprechend sehr voll im Chinatown war, wurden wir auf sich in der Gegend auskennende Japaner aufgeteilt. Und ja, im Nachhinein betrachtet war das eine sehr gute Idee, denn in einer großen Gruppe hätten wir uns erstens nicht überall durchkämpfen können und hätten zweitens beim Versuch, uns durchzukämpfen, bestimmt alle Nase lang jemanden unterwegs verloren ^^; So waren Ronja und ich in einer überschaubaren Gruppe von fünf Leuten, da konnte an jeder Ecke schnell mal nachgezählt werden!

Ich muss sagen, da es so voll war, war Chinatown irgendwie nicht mein Ding. Die Hitze machte mir nicht gerade Lust aufs hochgelobte Essen und an die Stände wäre man eh nicht gekommen – das muss ich Beizeiten wohl mal an einem Wochentag nachholen. Einiges zu sehen gab es natürlich trotzdem:

Viel besser hat mir dann Motomachi (本町) gefallen, ein Stadtteil in der Nähe von Yokohama, der wesentlich weniger mit Menschen gefüllt war und einfach mehr meinem Geschmack entsprochen hat … Gut, viel teurer war es da auch gleich :9 Dort in der Nähe einer Anhöhe konnte man das Meer sehen, also hat uns Ryōta gleich mal hingeführt. Ein etwas … verstellter Ausblick war es dann XD

Und dann, ja dann ging es noch in Richtung des Oktoberfestes. Richtig, ein Oktoberfest in Japan … Wir erwarteten das Schlimmste XD

Auf dem Weg dahin kamen wir noch bei einem anderen – scheinbar internationalem – Fest vorbei, bei dem nicht nur zur Entzückung unserer Jungs Schönheitsköniginnen aus allen möglichen Ländern auftraten, sondern es auch einen deutschen Stand mit deutschem Bier, deutschen Süßigkeiten und deutschen Würstchen gab. Sogar ein nettes Fräulein in Dirndl war unterwegs, um die Klischees noch mal vollends zu unterstreichen!

Ronja und ich hatten die gesamte Zeit zum Leidwesen der uns begleitenden japanischen Herrschaften absolut keinen Hunger – ey, 35 Grad bei 100% Luftfeuchte und so – und so mussten wir sie förmlich dazu zwingen, doch bitte ohne uns etwas zu essen. Manchmal ist japanische Zurückhaltung doch etwas zu viel der Zurückhaltung XD

Das Oktoberfest war dann doch etwas kleiner als erwartet: ein abgesperrter Platz mit 200 Yen (etwa 1,50 €) Eintritt. Auf dem Platz fand man dann ein Festzelt mit schrecklichster Musik, „deutschen“, sehr japanisch schmeckenden Speisen und natürlich viel deutschem Bier. Die Jungs reihten sich sogleich in die Bierschlange ein, während wir Mädchen dann doch lieber etwas Essen wollten. In Ermangelung einer Bank pflanzten wir uns draußen auf den Boden ^^

Danach wurde es bei uns eher zu einem kleinen Zusammensitzen mit Völkerverständigung. Die meisten Gespräche mit Japanern, die man gerade erst kennengelernt hat, verlaufen dann doch eher auf der Ebene „Unterschied Deutschland-Japan“. Na ja, zum Kennenlernen ist das schon in Ordnung.

Gegen Abend wurde es dann wider Erwarten ziemlich kalt O.o Wie das bei Städten, die direkt am Meer liegen, halt so ist. Wir beschlossen, uns das Gekrabbel durchs berüchtigte Küchenfenster in unserWohnheim* zu sparen und mit einer kleinen Gruppe Rückkehrwilliger gegen 19.30 Uhr die Zelte abzubrechen. Der Rückweg führte uns durch das hell erleuchtete Yokohama – beleuchtete Schiffe auf dem angrenzendem Wasser, viele davon Restaurantschiffe, das beleuchtete Riesenrad, ein Vergnügungspark, die Hochhäuser, sogar in den umstehenden Bäumen hingen lauter Lichterketten. Sehr romantisch! So was bitte auch außerhalb der Illuminationsnächte in Berlin, da ist es abends immer so stockdunkel überall! Leider sind meine Photos von der Nachtansicht in Yokohama nichts geworden, ich werd wohl noch mal die Kameraeinstellung überprüfen müssen … oder in ein Stativ investieren … 😦 Ach, wem mache ich was vor, als würde ICH mir die Zeit nehmen ein Stativ aufzustellen XD XD XD

Die kältere Luft machte hungrig und so versorgten wir uns im McDonalds am Nordtor der Uni noch ordentlich und schafften es wieder einmal nur ganz knapp vor Torschluss zurück ins Wohnheim. Ich muss wirklich mal herausfinden, welcher Klops sich den Kram mit der Schließzeit im Wohnheim hat einfallen lassen und mich persönlich „bedanken“ gehen!

* Unser Wohnheim hat eine nächtliche Schließzeit um 23 Uhr. Danach kommt man nur noch über das Küchenfenster wieder hinein und auch hinaus … wenn es denn offen ist.

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