Wie die Zeit vergeht …

Als ich den Blogpost von letzter Woche tippte, überkam mich plötzlich der Gedanke: 7 Jahre! Ich bin schon 7 ganze Jahre mit Kei zusammen. Das ist fast so lange wie mein Studium dauerte, und wie wir wissen, hab ich dafür eine halbe Ewigkeit gebraucht ( ̄▽ ̄) Das bedeutet zudem, dass mein Rückflug nach meinem allerersten Austauschstudium in Japan nun bereits auch über 6 Jahre her ist.

Dass das eine Menge an Zeit ist, die da vergangen ist, habe ich so richtig gemerkt, als Kei und ich eben dieser meiner Austauschuni von 2007/2008 zum Unigründungsfest, 建学祭 kengakusai, einen Besuch abstatten.

Der erste Besuch war es seit 2008 wahrlich nicht. 2010 gab es bei meinem Besuch in Japan eine super-natsukashii-Tour mit vielen, vielen Photos, einmal kengakusai 2011 (Und ich bin mir ganz sicher, dass ich noch ein 2. Mal beim kengakusai war, aber ich kann einfach den entsprechenden Blogpost nicht finden) und einen Besuch mit meiner damaligen Tōkai-Zimmergenossin in 2012 (^.^)

Die letzten Male (Und ich bestehe darauf, dass es mindestens 2 Male waren! Wo ist der verdammte Blogpost hin???), die ich als Besucher und nicht als gebeutelter Mitaussteller das kengakusai besuchte, war das Fest eher eine Art Klassentreffen. Man traf Leute, die mit einem auf dem Austausch waren, viele der japanischen Studenten, mit denen man in der Zeit dort zu tun hatte, und vor allem die nächste Generation an Japanologen, die sich durch die Sprachkurse schlug. Dieses Jahr hingegen gab es keinen deutschen Stand. Gibt es etwa keine deutschen Austauschstudenten mehr? Doch, insgesamt 2 soll es wohl auch dieses Jahr an die Tōai verschlagen haben. Aber entweder sind das nicht genug, um einen Stand zu errichten, oder der Vertrag zwischen der Tōkai und der HU ist wirklich so krass in die Brüche gegangen, dass wirklich nur noch der Studienplatz gestellt wird, mehr nicht. Allerdings steht die Japanologie der HU eh kurz vor der endgültigen Abschaffung (oder ist bereits abgeschafft?), die Zahl wird also in Zukunft wohl auch nicht mehr steigen. Das hat mich sehr traurig gemacht. Ich habe mich auf dem kengakusai immer sehr gerne mit den nachfolgenden Jahrgängen an HU-Japanologen unterhalten :(

Dieses Jahr feierte man übrigens das 60. kengakusai, also das 60-jährige Bestehen der Tōkai-Uni.

Es hätte also eine riesengroße Party geben müssen, nicht? Leider war das das kleinste kengakusai auf dem ich bisher gewesen bin O_o Gerade einmal 1/3 des Campus war für die Zelte vorgesehen und auch die Besucherzahlen hielten sich in überschaubaren Grenzen.

Es hat sich vorher schon abgezeichnet, dass das Fest seit 2007 mit jedem Jahr immer kleiner wurde, aber ein so winziges Fest zum 60-jährigen Bestehen? Einige Unis sind wohl doch bereits vom Rückgang der Geburtenraten und damit der geringeren Zahl an Studenten betroffen. Die Tōkai-Uni ist nun auch keine Eliteuniversität und kostet dennoch einen stolzen Preis von rund 10.000€ pro Jahr (!!!) an Studiengebühren. Wer kann, geht natürlich auf eine Uni mit besserem Ruf. Und je weniger Studenten es gibt, desto mehr müssen sich auch die Eliteunis um die wenigen Studenten bemühen.

So, also kein deutsches Essen für mich, keine Gespräche mit neuen HU-Japanologie-Studenten, na toll! Dann eben Frust-Shoppen im Bab-Shop! Jawohl!

… … … Also diese Angewohnheit, den Bab-Shop zu schließen, wenn ein Haufen Besucher auf dem Campus erwartet wird, die werde ich wohl nie nachvollziehen.

Tja, was kann man mit so einem Tag noch anfangen? Kei und ich kauften uns yakitori und Schokobananen und spazierten über den herbstlichen Campus (Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vom Arzt noch Anweisung, meinen Fuß ein wenig zu benutzen, damit er durch die Verletzung nicht steif wird, inzwischen ist ja wieder ruhig halten angesagt):

Außerdem gab es wieder schicke und günstige Keramik zu kaufen, und dieses Mal wurde ich sogar beim Buchausverkauf fündig und bin jetzt stolze Besitzern von 4 akademischen Werken über Jane Austen, die ich wahrscheinlich nie lesen werde. Aber sie sehen schick im Bücherregal aus :P

Für einen kurzen Augenblick hab ich überlegt, ob ich nicht aufs nächste Mitasai der Keiō-Uni gehen sollte, um zu schauen, wie es dort inzwischen aussieht, aber irgendwie hatte ich zur Keiō nie die Verbindung, die ich zur Tōkai habe. Vielleicht, weil ich an der Keiō nur ein halbes statt ein ganzes Jahr war. Vielleicht, weil ich an der Tōkai nicht nur Unterricht hatte, sondern auf dem Campus auch gelebt habe. Vielleicht aber auch, weil die Keiō für mich ein halbes Jahr sinnloser Unterricht unter bescheuerten Leuten und zum Großteil desinteressierten Dozenten war, während ich an der Tōkai nicht nur lauter Freunde von mir dabei hatte, sondern auch wusste, warum ich den Unterricht belege. Was wird es wohl sein …? :P

 

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Damit das Aua Aua ganz schnell weggeht

Eigentlich wollten Kei und ich gestern unser 7-jähriges nachfeiern. Uneigentlich rammte mir mein Arzt bei einer erneuten Untersuchung eine Kortisonspritze in meinen immer noch stark schmerzenden Fuß und setzte mich damit für den Rest des gestrigen und eventuell auch noch heutigen Tages außer Gefecht. Denn inzwischen behandeln wir keine Verstauchung mehr, sondern eine Entzündung in meinem Fußgelenk. Wie schön. Sollte die Spritze wider Erwarten nicht anschlagen, dann müssen wir wohl langsam in Betracht ziehen, dass ich mir bei dem Sturz die Bänder verletzt oder sogar gerissen haben könnte. Schön, wo man mir doch vier Arzttermine lang erzählt hat, das wäre absolut ausgeschlossen. Ist mein Arzt nicht eine Wucht?

Dass ich bei mir jetzt eine Entzündung des Gelenkes vermutet wird, das hat mir mein lieber Arzt übrigens auch nicht persönlich erklärt, natürlich erst recht nicht, was sich in der Spritze befindet. Das überhörte ich nur durch Zufall, als ich im Nebenzimmer auf die Spritze wartete und er der Krankenschwester Anweisungen über die in meiner Krankenakte zu tätigen Einträge gab. Seine Erklärung etwas vorher beinhaltete ungefähr die Worte “Die macht, dass das Aua Aua ganz schnell weggeht!”, und wäre Kei nicht dabei gewesen, wäre ich davon beinahe beleidigt gewesen. Aber so muss ich wohl der Tatsache ins Auge sehen, dass Ärzte hier generell nicht der Meinung sind, ihre Patienten würden mit diesen ganzen komplizierten Worten und Erklärungen was anfangen können.

Nach der Spritze gab man mir dann den Hinweis, heute nicht zu baden. Das war alles. “Muss ich das Bein heute ruhig halten?”, “Soll ich nächste Woche noch zur Therapie kommen?”, “Verträgt sich das, was auch immer in der Spritze war, mit Schmerzmitteln?”, die ganzen wichtigen Fragen, musste ich noch mal extra nachfragen lassen oder Zuhause selbst recherchieren. Und die Veträglichkeit mit Ibuprofen hätte sich mit “Spritze, die das Aua Aua wegmacht” bestimmt so viel zuverlässiger herausfinden lassen als mit “Kortisonspritze”.

Den gestrigen Tag verbrachte ich im Bett, im ständigen Wechsel zwischen GRR Martin-Buch, Hörbuch, 3DS und komatösen Zuständen hin und her. Und heute? Meine Zehen kann ich wieder schmerzfrei bewegen, aber der Rest meines Fußes fühlt sich doch noch ziemlich taub an. Na, Hauptsache ich bin morgen für Arbeit wieder fit … -.-

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Katzencafés in Japan

Lange habe ich mich vor Katzencafés hier in Japan gesträubt, denn ich hatte so gar kein gutes Image von ihnen. Nach ein paar Besuchen kann ich nun sagen: Es gibt wie in jeder anderen Branche recht positive Beispiele, aber auch schwarze Schafe.

Worauf man bei Katzencafés achten sollte:

Geruch: Erschlägt es einen gleich am Eingang? Gleich wieder raus! Katzen sind sehr reinliche Tiere, ein starker Uringeruch bedeutet meistens, dass es zu wenige Toiletten für die Katzen gibt oder sie zu selten gereinigt werden. Außerdem kann es bei nicht kastrierten Katzen auf Revierstreitigkeiten hinweisen, was bedeutet, dass die Tiere unter konstantem Stress stehen. Zur Sicherheit kastrieren Katzencafébetreiber ihre Schnurrbartgesichter eigentlich grundsätzlich, aber wie gesagt, schwarze Schafe gibt es überall.

Atmosphäre: Wirken die Katzen entspannt? Haben sie Rückzugsmöglichkeiten, die vollkommen außer Reichweite der Besucher sind? Gibt es Streitigkeiten unter den Katzen? Wie reagieren die Katzen auf die anwesenden Mitarbeiter? Einen Eindruck davon kann man sich natürlich nur verschaffen, wenn man eine Weile in dem Café ist, aber Orte, die mir bei auch nur einem dieser Punkte negativ auffallen würde, würde ich demnächst meiden. Die Katzen in dem Katzencafé bei uns um die Ecke z.B. kleben ganz liebevoll an den Mitarbeitern, das hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Zudem hatten sie Rückzugsorte, an die man wirklich nicht herankommen konnte, weshalb sie sich die Katzen wie hier in der Schachtel auf dem Schrank einfach komplett vor den anwesenden Besuchern verkriechen konnten, wenn sie wollten. Allerdings konnten wir auch einige Streitigkeiten unter den anwesenden Katzen beobachten. Es ist zwar immer ein Mitarbeiter eingeschritten, aber den Katzen hat man die Anspannung teilweise schon angemerkt.

Zustand der Tiere: Krallen nur gekürzt oder gleich entfernt? Krallenziehen kann ich absolut nicht nachvollziehen und hat zum Glück in Japan auch noch nicht Einzug gehalten, aber Läden, die so etwas betreiben, würde ich meiden. Genauso Läden, deren Katzen eindeutig stumpfes Fell, Wunden, verklebte Augen & Co. haben. Solche Läden kümmern sich im Hinterstübchen nicht sehr gut um die Tiere und sollten nicht lange im Geschäft bleiben.

Alter der Katzen: Sind ausschließlich sehr junge Katzen anwesend? Die Vermutung liegt nahe, dass der Laden ältere Katzen schnell gegen jüngere austauscht, um besser beim Publikum zu punkten. Bei noch sehr neuen Cafés kann man da schwer ein Urteil treffen, aber ist ein Laden seit 5 Jahren im Geschäft und hat ausschließlich Katzen zwischen ein paar Wochen bis höchstens 3 Jahren dort, wirft das schon Fragen auf. Es gibt einige Läden, die meist ältere oder schwer vermittelbare Straßen- oder Tierheimkatzen (mit) aufnehmen und über den Cafébetrieb an neue Besitzer weitervermitteln zu versuchen. So was finde ich sehr löblich. Andere sind eher Pet Shops in disguise, auch ihre Katzen kann man erstehen, für einen fetten Batzen Geld, und ja, hier finden sich dann fast ausschließlich junge Katzen.

Meine Meinung zu Katzencafés:

Kei liebt Katzencafés, ich selbst hingegen kann mit ihnen auch nach mehreren Besuchen eher wenig anfangen. Wer gerne Katzen beobachtet, für den ist das sicher was, aber mir sind die Katzen zu übersättigt was menschlichen Kontakt angeht. Wenn man sie nicht gerade mit Leckerlis anlockt, wollen die meisten einfach nur in Ruhe gelassen werden, denn Kontakt zu Menschen haben sie jeden Tag mehr als genug und ich kann die Fellbälle daher auch gut verstehen. Und nur fürs Angucken sind mir Katzencafé dann aber doch ein wenig zu teuer … Gut, die gemeinsame Fütterung am Abend in dem Café bei uns um die Ecke war schon niedlich (*^^*)

Aber wenn ich kann, fahre ich für die volle Dosis Katze doch lieber zu Schwiegereltern und knuddle deren neuen Stubentiger.

(Ich will ja nicht prahlen, aber dieser Blogpost befand sich seit 1 Monat in meinem Speicher, einfach nur, weil ich zu faul war die Photos einzufügen. Ich werde immer besser! *Sarkasmus zu Ende*)

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“Ist es echt schon wieder so weit???” …

… dachte ich heute, als mich aus meinem Kalender der Vermerk “Visum erneuern” anlächelte. Hatte ich das ganze nicht gerade erst hinter mich gebracht? Tja, ein Jahr ist eben doch sehr viel kürzer, als manchmal scheint. Nun darf ich mich also wieder durch den Visumantrag quälen, doch wenigstens muss ich dieses Mal keinen 8-seitigen Fragebogen über meine Beziehung zu meinem Mann ausfüllen. Warten muss ich auf das neue Visum dann zwischen 2 Wochen und 3 Monate O_o Und da ich es spätestens nächstes Jahr im April parat haben muss, fang ich lieber jetzt schon damit an. Ach ja, rund 40€ kostet mich der Spaß auch noch. Aber mit etwas Glück bekomme ich dieses Mal mein Visum gleich über 3 Jahre.

Mein Knöchel bekommt derweil drei bis vier Mal die Woche Ultraschalltherapie und langsam scheint diese auch anzuschlagen. Die Schmerzen werden weniger, ich kann meinen Fuß wieder in alle Richtungen strecken … hat ja dann nur insgesamt 2 1/2 Monate gedauert -.- Aber so lange ich bald wieder ohne Einschränkungen durch die Gegend hüpfen kann, soll mir das recht sein. So sehr ich die Termine beim Arzt selbst hasse, so gerne gehe ich inzwischen fast zu den Therapiesitzungen. Im Gegensatz zum Arzt sind die Schwestern alle supernett, ich komm immer sofort ran, es gibt netten Smalltalk und nach der Sitzung ist mein Fuß so schön warm und schmerzfrei :3 Und trotzdem hoffe ich, dass ich es bald hinter mir habe … Wochenlang mit Schmerzen haben dann kräftetechnisch doch ein wenig ihre Spuren hinterlassen. Der Mangel an Blogposts ist auch dem geschuldet – ich habe einfach nichts zu erzählen, da ich die letzten paar Wochen eigentlich nur für Arbeit und Arztbesuche das Haus verlassen habe ^^;

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Das Drama um meinen Knöchel

3 Wochen schleppe ich mich nun schon mit einem verstauchten Knöchel durch die Gegend, und es wird und wird nicht so richtig besser. Das war aber auch ein Sturz, den ich da von der Treppe rein in die “Tokyo Games Show”-Messehallen hingelegt habe. Das Geräusch, das mein Knöchel bei der Landung von sich gegeben hat, uh, wenn ich daran denke, wird mir jetzt noch schlecht. Ich war mir sicher, ich hätte mir was gebrochen. Nun, ein Bruch war es zum Glück nicht, aber eine Verstauchung, die es in sich hat. Wenn es in 2 Wochen nicht besser wird mit den Schmerzen, muss ich zur Physiotherapie O_o Zum Glück war es ein Arbeitsunfall, da muss mein Arbeitgeber alles bezahlen :P

Von meinem behandelnden Arzt bin ich derweil nur semi-begeistert, aber dieses Gefühl lösen fast alle Ärzte, bei denen ich bisher in Japan war, bei mir aus. Den Knöchel abtasten, weil der Arzt wissen muss, wo und wie stark es noch weh tut, schön und gut, aber wie ein Berserker auf einem kaputten Knöchel herumdrücken, bis der Patientin die Tränen kommen und sich dann nicht mal entschuldigen … Man kann ja wohl wenigstens so tun, als hätte man nicht vergessen, dass an dem Knöchel noch ein Mensch dranhängt! Aber gut, Arzt wechseln ist zu viel Papierkram auf Arbeit und die Chancen, dass der nächste Arzt genauso ist, stehen sehr hoch, also …

Da ich zwar bereits wieder kurze Strecken halbwegs gut laufen, aber weder lange stehen noch Balanceausgleich mit dem linken Fuß betreiben kann, nehme ich derzeit die ロマンスカー, romansukā, zur Arbeit, Sonderzüge der Odakyū, die auf der Strecke zwischen Hakone und Shinjuku nur ein paar wenige Bahnhöfe anfahren und für die man einen Sitzplatz mitbucht. Meine einzige Chance, morgens zu 100% einen Sitzplatz zu bekommen. Wer die japanische Rush-Hour kennt, weiß, dass man da meist selbst auf den priority seats keine Chance hat. Denn da sitzen entweder Leute, die es auch nötig haben oder Leute, die da nicht hingehören, aber einfach mal, huch, ganz aus Versehen eingepennt sind und absolut gar nicht mitkriegen können, dass da jemand vor ihnen steht, der unbedingt sitzen müsste. Von den anderen Sitzplätzen will ich gar nicht erst anfangen -.- Pro Fahrt zahle ich so 410¥ drauf, was für eine Weile okay ist, aber nächsten Monat mag ich das Geld doch gerne wieder für was anderes ausgeben …

So habe ich also auch die letzten Wochenenden mit Bettruhe Zuhause verbracht und versucht, mein Bein auszukurieren. Und auch dieses Wochenende wird das wohl wieder meine aufgezwungene Freizeitbeschäftigung sein. Ein wenig schade ist das schon. Das Wetter draußen ist schön, die Temperaturen sehr angenehm und ich würde die Wochenenden viel lieber mit ein paar Ausflügen verbringen, aber gut, da muss ich jetzt durch >.< Hoffen wir mal, dass das bald ein Ende hat und ich nicht erst noch Physiotherapie über mich ergehen lassen muss!

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Logbuch des Kapitäns

Seit gestern regnet es ununterbrochen. Der Taifun Nr. 18 schiebt sich gerade quer durchs japanische Festland. Bei uns ist er heute Morgen pünktlich zur Rush Hour angekommen. Während Kei sich in Ganzkörperregenmontur Wind und Wetter zum Trotz auf den Weg zur Arbeit machen musste, schrieb mir mein Arbeitgeber gestern noch, dass, egal wann ich am Montag auf Arbeit erscheine, heute als komplett gearbeiteter Tag zählt. Das sind Tage, an denen ich meinen Arbeitgeber unglaublich liebe!

Jetzt aber die Frage, ob ich es heute überhaupt irgendwann auf Arbeit schaffe, denn für meine Gegend wurde gerade nicht nur Unwettergefahr, sondern auch eine Empfehlung zur Evakuierung herausgegeben. Ich wüsste nicht mal, wohin, also hoffe ich, dass ich in unserer Wohnung auf dem Berg doch halbwegs sicher bin vor den Wassermassen und harre in der Hoffnung aus, dass der Spuk draußen bald vorbei ist …

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Ans Meer oder in die Berge? Warum nicht beides?

Wir nähern uns langsam der Gegenwart … ganz langsam!

Mitte September und Kei wird von dem Drang gepackt, das lange Wochenende in den 敬老の日 keirō no hi, Tag der Ehrung der Älteren, auf keinen Fall Zuhause verbringen zu wollen. Schnell wurde also nach einem bezahlbaren Zielort gesucht und wir entschieden uns für die Stadt Itō 伊藤 in der Präfektur Shizuoka 静岡県. Spätsommer, Sonne, Strand und Meer, das versprach ein tolles verlängertes Wochenende zu werden! Und bis auf unser Hotelzimmer war es das auch …

Der Strand war vom Bahnhof Itō aus fußläufig zu erreichen. Da wir dieses Jahr noch keinen Strandurlaub hatten, war das unsere erste Anlaufstelle.


Wie üblich schwarzer Sand, für weißen Strand muss man schon nach Okinawa. Was man hier IMMER dabei haben sollte, weil man sich sonst Bürzel und/oder Füße verbrennt auf dem Sand: eine Stranddecke mit Aluschicht. Andere Decken können gegen den heißen Sand nichts ausrichten!

Joa, und da saßen und erholten wir uns, und planschten und bräunten uns für eine Weile. Mit unseren Bürojobs bekommen wir ja sonst eher wenig Farbe, aber die Bräune, die ich mir hier in den zwei Stunden geholt habe, die hält heute noch!

Danach wollten wir uns ein wenig die Gegend angucken, aber Itō ist ein Dorf par excellence. Das hier waren die Buszeiten:

Egal, wohin wir wollten, der entsprechende Bus fuhr genau ein Mal die Stunde. Wow. Ja, ihr wisst, was jetzt kommt: Rent-a-car! Aber das war an diesem Wochenende gar nicht mal so einfach, denn offensichtlich hatten auch viele andere die gleiche Idee, sich aber nur schon sehr viel eher darum gekümmert und reserviert. Doch wir hatten Glück: Der 3. Rent-a-car hatte doch tatsächlich noch einen kleinen Flitzer für uns!

Bei der Fahrt vom Bahnhof zum Hotel und zurück ist uns unterwegs ein schöner, sehr idyllisch wirkender See aufgefallen, der Ippeki See, 一碧湖 ippekiko, also erstmal dorthin!

Wie so oft in Japan konnte man sich Tretboote ausleihen und damit übers Wasser paddeln, aber wie ebenso oft in Japan war das ganz schön teuer. Über 1000¥ für 45 min., da sind wir lieber spazieren gegangen.

Ich genieße es in Japan immer sehr, wenn ich mal einen Ort finde, der nicht voll mit Menschen ist. In Kanagawa und Tōkyō kommt das leider sehr viel seltener vor, als mir lieb ist -.-

Zum Abschluss wollte ich dann doch noch mal auf Ōmuroyama 大室山. Vor genau einem Jahr waren wir schon mal mit Schwiegereltern dort, aber dieses Mal schienen wir eine bessere Aussicht genießen zu können, weil die Luft sehr klar war. Und wo wir schon das Auto hatten, zögerten wir also nicht lange.

Das Bogenschießen habe ich leider auch dieses Mal nicht wieder ausprobieren können, weil wir erst gegen 15.30 Uhr überhaupt am Berg waren und der Lift seinen Betrieb um 17 Uhr einstellt. Für anstellen, hochfahren, rumlaufen, Aussieht genießen und sich die Strumpfhose an einer der Holzbänke aufreißen reicht die Zeit aber locker :P

Gegen Ende wird man relativ bestimmt von den anwesenden Mitarbeitern eingesammelt. Schade, ich hätte mir gerne den Sonnenuntergang von der Spitze aus angeguckt. Aber ohne Lift hätten wir den Abstieg nie geschafft, dafür ist der Berg einfach zu steil!

Und dann ging es auch schon wieder zurück ins Hotel des Grauens …

Ja, ja, ich übertreibe vielleicht, aber ich habe mich in dem Hotel wirklich nicht wohlgefühlt. Wir wollten nicht so viel Geld ausgeben für den Urlaub und haben daher nach einem billigerem Hotel mit guten Bewertungen gesucht. Wo auch immer die guten Bewertungen für dieses Hotel auch herkamen … Das Zimmer hatte den Charme meines Wohnheimzimmers an der Tōkai, aber selbst da hatte ich eine vernünftige Matratze. Hier hatten wir einen Holzkasten als Bett, als “Matratze” dienten vier übereinandergelegte Decken. Hm, ja, so bequem! Ich hatte nach einer Nacht krasse, krasse Rückenschmerzen. Der Kühlschrank brummte in einer Frequenz, dass ich nur mit Ohrstöpseln schlafen konnte – Kei ist da weniger empfindlich als ich. Das Ding stand aber natürlich auch exakt nur einen Schritt vom Bett entfernt! Und dann rauschte über Nacht Wasser durch die Wände, auch in einer Lautstärke, das war unglaublich. Während Wasser also genügend vorhanden war, gab es offensichtlich keine Möglichkeit, es warm zu bekommen. Wir hatten kein warmes Wasser zum Duschen. Das meldeten wir gleich am ersten Abend, als am nächsten Morgen noch keins da war, fragten wir noch mal nach und bekamen gesagt, dass heute wahrscheinlich nix mehr passiert, wir können ja das onsen benutzen. Klang erst nach einer annehmbaren Idee, aber das onsen war nicht nur gemischt, es hatte ein riesengroßes Fenster, das man wunderbar vom belebten Parkplatz aus einsehen konnte. WTF??? Das schlimmste jedoch: Irgendwas in dem Zimmer löste bei Kei Allergie aus. Das Bettzeug ließen wir einmal wechseln, aber die Allergie blieb. Die Nacht war wohl wenig angenehm für ihn. Und als wir also nach unserem tollen Tag wieder im Zimmer standen, der Kühlschrank fröhlich brummte, Keis Nase gleich wieder anfing zu jucken und auch weiterhin kein warmes Wasser aus dem Hahn kam, entschieden wir, nach Hause zu fahren. Es lag nur noch eine Nacht vor uns, den nächsten Morgen wären wir eh recht früh losgefahren. Das Geld bekamen wir zwar nicht wieder, aber wir verbrachten die Nacht in unserem kuschelweichen Bett in unserem ruhigen Schlafzimmer, weit weg vom Kühlschrank und ohne Allergieanfälle ;)

Jetzt ist erstmal für eine Weile Pause mit Wochenendausflügen. Im Dezember geht es über Neujahr nach Deutschland, meine Familie besuchen, und ich will auf einen Urlaub in Okinawa oder Hawaii nächstes Jahr sparen. Keines von beiden verspricht billig zu werden :P Über den Flug nach Deutschland muss ich mir zwar keine Gedanken machen, aber wenn ich so auf meine Liste an Dingen, die ich unbedingt kaufen und mit nach Japan bringen muss, schaue, wird das auch ein kostenintensives Unterfangen ^^;

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