Und dann beginnt man zu grübeln …

Der Oberste Gerichtshof in Japan hat gesprochen: Wer als Ausländer in Japan lebt, hat keinen Anspruch auf Sozialhilfe, selbst mit permanent residence visa nicht. Damit wurde zum ersten Mal eine klare Grenze gezogen in einem Bereich in dem es bisher eine große Grauzone gab und es oft vom jeweiligen Bearbeiter abhing, ob man Sozialhilfe erhalten konnte oder nicht. Man kann natürlich trotzdem versuchen, es zu beantragen, aber ab jetzt muss man wohl leider recht fest mit einer Ablehnung rechnen.

Was man dagegen tun kann? Japaner werden! Tja, aber das ist 1. gar nicht mal so einfach, und man muss dafür 2. seine Staatsbürgerschaft aufgeben, da Japan keine doppelte Staatsbürgerschaft akzeptiert. Ab jetzt nur noch mit Tourivisum, wenn man die Eltern besuchen will? Während mir der Gedanke, quasi Ausländer in meiner eigenen Heimat zu sein, nur Unwohlsein bereitet, würde das für einige gerade chinesische Einwanderer in Japan bedeuten, ihre Familien nie wiedersehen zu können. Und was, wenn man dann doch wieder in seinem Geburtsland leben und arbeiten will? Kann man seine frühere Staatsbürgerschaft einfach mal schnell wieder annehmen?

Das Ganze regt besonders auf, wenn man bedenkt, dass die meisten Ausländer, die hier leben und arbeiten, genauso Steuern zahlen wie jeder Japaner. Und keinen Yen weniger. Ich kann mir auch nicht aussuchen, ob ich Steuern zahlen will oder nicht, da sie direkt von meinem Gehalt abgezogen werden. Ich zahle also monatlich einen nicht unbeträchtlichen Teil meines Gehaltes in ein System, das ich dann im Fall der Fälle nicht nutzen darf.

Und hier zeigt sich wieder, wovon in Japan ausgegangen sind: Wir Ausländer sind nicht hier, um zu bleiben. Wir arbeiten hier, aber irgendwann kehren wir doch wieder in unser eigenes Land zurück. Und genau darauf ist dieses System ausgelegt. Wozu Sozialhilfe für Ausländer, wenn sie wieder in ihr Land zurückzukehren haben, sobald sie hier nicht mehr arbeiten? Und das sind Entwicklungen, bei denen mir immer wieder die eine Frage im Kopf herumschwirrt: Wie lange will ich wirklich in Japan bleiben? Das ist schade, ich bin doch eigentlich sehr gern hier …

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♪ Keiner kann ihn bremsen, keiner macht ihm was vor … ♫

In Japan ist man gerne nostalgisch, aber auf so eine unbeschwerte “Hach, war das alles schön”-Art und Weise. Das japanische Wort dafür ist 懐かしい natsukashii, ein Adjektiv, das sich irgendwie nicht so richtig ins Deutsche übersetzen lässt. Deshalb benutzen es viele Leute, die Japanisch gelernt haben, einfach so unübersetzt. Ich auch. “Ach, das war aber natsukashii!” ist ein Satz, den man nicht selten von mir hört :P

Besonders, was meine Kindheitserinnerungen in Sachen Fernsehprogramm angehen, kann ich mich in Japan sehr oft natsukashii fühlen. Vor 2 Jahren (Oh Gott, so lange ist das schon wieder her???) z.B. als ich dank Tabea zur Lady Oscar-Ausstellung in der Ginza konnte. Pünktlich zur WM dann habe ich vor 3 Wochen auf einer Ausstellung in Ueno einem weiteren meiner damals so heißgeliebten Anime huldigen können: “Captain Tsubasa”, oder wie er im deutschen Fernsehen hieß: “Die tollen Fußballstars” – NEIN, was für ein kreativer Titel XD

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich von der Ausstellung gelesen hatte, aber kaum wusste ich davon, waren die Tickets gekauft – Kei musste mit, obwohl er weder Manga noch Anime kannte, der Banause :P Und so wandelte er zwar interessiert aber doch etwas planlos neben mir her, die mit viel “Aaaaah, guck mal, das ist aus der und der Szene” zwischen den Exponanten hin und her lief XD Letztendlich war die Ausstellung mehr über den Manga als über den Anime, aber die beiden unterscheiden sich ja nur unwesentlich voneinander.

 

Man hatte sich die Mühe gemacht, ein kleines Modell der Stadt Nankatsu anzufertigen mit all den wichtigen Plätzen und Gebäuden, wie der Schule, dem Haus von Tsubasa, dem Fußballplatz, dem Bahnübergang, an dem sich die Jungs heldenhaft den Ball unter der Bahn zugespielt haben :P und, und, und …

Der Schreibtisch, an dem der Manga entstand. Diese Klapperkiste erinnert mich doch ziemlich stark an die Schreibtische, die wir im Wohnheim der Tōkai-Uni hatten – praktisch und sonst nix!

Was auf der Ausstellung eigentlich am interessantesten war, aber leider nicht fotografiert werden durfte (und da standen Aufpasser aufmerksam wie die Wachhunde rum), waren Originalzeichnungen des Manga. Einzelne Szenen, ganze Kapitel, viele Illustrationen, ausgefeilte Charakterbeschreibungen … Mir ist erneut wieder aufgefallen, wie unglaublich toll ich das bei den alten Anime fand, dass die Charakter auch optisch altern. Bei Lady Oscar war es so, bei Captain Tsubasa auch. Das hat man heute nicht mehr oft bei Manga und Anime, selbst wenn die storytechnisch ein paar Jahre abdecken. Beweis?

Tsubasa im ersten Manga (rechts) und Tsubasa ein paar Jahre später.

Oscar und Antoinette oben links im ersten Manga und in der Mitte und rechts ein paar Jahre später.

Was man an den Originalzeichnungen noch gut erkennen konnte: der Mangaka Yōichi Takahashi 高橋 陽一 hat gerne mit Kaffee gekleckert XD Na, da musste dann am Ende wohl eine Menge rausgeweißt werden :P

Was übrigens auch nicht fehlen durfte: die internationalen gegnerischen Mannschaften und ihre jeweiligen Topspieler. Und hier habe ich dann doch dreist ein paar Schnappschüsse gemacht, es war einfach zu lustig:

Karl Heinz Schneider – einen NOCH deutscheren Namen gab es wohl nicht! Natürlich sprachen die alle fließend Japanisch, man musste sich auf dem Spielfeld ja irgendwie dramatisch miteinander unterhalten :P Der Topspieler der argentinischen Mannschaft war übrigens eins zu eins Maradona nachempfunden, da gibt’s nichts zu leugnen!

Leider war man nach rund einer halben Stunde schon durch die Ausstellung durch und die Shoppingecke war mehr als lächerlich, dabei hätte ich mir doch sehr gerne eines dieser Trikots besorgt:

Leider gab es die nicht zum Verkauf oder sie waren schon aus verkauft. Tja, dann eben nicht! Ich durfte den megaschweren schwarzen Ball anheben, mit dem Hyūga gelernt hat, Löcher in Betonwände zu schießen, mir konnte nichts den Tag verderben :P

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Ein Kurztrip nach Matsumoto

Dann will ich zwischen all die Meckereinträge doch auch mal was Schönes schieben :D

Letztes Jahr hatten Kei und ich so eine wunderschöne Zeit an unserem Wochenende in Nikkō, dass wir uns auch dieses Jahr wieder einen Kurzurlaub gönnen wollten. Und da wir letztes Jahr so viel Glück mit dem Wetter hatten, haben wir uns auch dieses Mal wieder für mein Geburtstagswochenende entschieden :3 Ziel: die Stadt Matsumoto, 松本市, in der Präfektur Nagano, 長野県. Aber zumindest zu Anfang sollte der Trip mal gar nicht so reibungslos ablaufen …

Da ich noch im Probehalbjahr bin und mir nur 3 Urlaubstage zustehen, konnte ich mir dieses Mal leider nicht den Freitag freinehmen. Dabei sind 3-Tages-Trips doch so toll! Man kommt Freitag Abend an und den gesamten Samstag und vielleicht sogar noch mehr als den halben Sonntag hat man Zeit für Sightseeing. Also überlegten wir, einfach trotzdem Freitag Abend nach der Arbeit loszufahren. Kei würde ein wenig früher Schluss machen, ich so wie immer, und gegen 20.30 Uhr würden wir im Spätbus Richtung Nagano sitzen. Klasse Plan! … Nur leider hatten wir die Rechnung ohne die Odakyū-Linie gemacht. Ich werde hier demnächst wohl mal einen gesonderten Eintrag über meine Hassliebe mit der Odakyū verfassen, daher nur so viel: Mindestens alle 2 Wochen gibt es eine richtig fette Verspätung auf der Linie. Und damit meine ich nicht 30 Minuten oder so was. 3stündige Verspätungen, die meistens auch noch den gesamten Verkehr am nächsten Tag lahmlegen. Und an meinem Geburtstag in diesem Jahr war es mal wieder so weit. Ich weiß gar nicht mehr, was dir Ursache war, aber Kei steckte für Stunden in der Bahn nach Shinjuku fest. Und ich damit auf Arbeit. Ja, als wäre es noch schlimm genug seinen Geburtstag auf Arbeit zu verbringen müssen, nein. Während um mich herum alle langsam nach Hause gingen und ich allein über meiner årbeit hocken blieb, schien immer mehr klar zu werden: Das wird heute nichts mehr mit Nagano. Kei cancelte den Bus. Aber tja, was nun? Kei kam nicht nach Shinjuku, ich aber auch nicht nach Hause. Danke Odakyū, dass ich mich an meinem Geburtstag für ein paar Minuten fühlen durfte, wie die Eiskunstläuferin aus der Yes-Törtchen-Werbung :P

Ich glaube, es war 21 Uhr, als Kei in Shinjuku ankam. Gut, dass er den Bus gecancelt hatte. 3 Stunden hat er für einen sonst 40minütigen Weg gebraucht O_o Aber wir hatten Glück! Wir fanden eine Bahn, die uns zwar das doppelte kostete, wie der Bus, aber uns auch doppelt so schnell noch an diesem Abend nach Nagano brachte. Sitzplatzgarantie! Fantastisch! Schnell noch ein bentō am Bahnhof gekauft und dann doch noch ab nach Nagano!

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Um Mitternacht kamen wir fix und fertig in unserem Hotelzimmer an …

Matsumoto liegt vergleichsweise hoch und war dadurch im Vergleich zu Tōkyō kühler und weniger luftfeucht. Abends hab ich sogar eine Jacke gebraucht! Entschieden hatten wir uns für diese Stadt vor allem für das Sightseeing und weil Kei irgendwo gelesen hat, dass sich hier vergleichsweise wenige Touristen herumtreiben. Und es war in der Tat für ein Wochenende angenehm leer! Aber erst einmal mussten wir uns aus dem Ort, in dem unser Hotel für die erste Nacht lag (Ja, wir haben laut Kei aus Kostengründen ein Mal das Hotel gewechselt :P ) ins Stadtzentrum durchschlagen … zu Fuß … und Gott hat das gedauert! Was ich den Abend davor im Bus nämlich gar nicht bemerkte, war, wie weit draußen und fast schon ländlich unser Hotel lag XD Aber das Wetter war angenehm und hielt sich zum Glück auch das ganze Wochenende, obwohl heftiger Regen angesagt war! Wolken hatten wir trotzdem viele, so dass wir keinen einzigen der Berge sehen konnten, die Matsumoto umgeben. Das war ein wenig schade. Aber gut, auf in die Stadt.

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Vorbei an Unmengen von Reisfeldern. Ich glaube, zu jedem Haus dort gehörte wenigstens ein Reisfeld. Ach ja, und falls ihr euch je gefragt habt, woran man das Haus eines Yakuza erkennt:

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Traditionell japanische, jedoch sehr verschlossene Bauweise, Familienwappen und ein fetter Mercedes in der halboffenen Garage, damit ihn auch jeder sehen kann, sind ziemlich untrügliche Zeichen für eins :P

Nachdem wir unser Gepäck im neuen Hotel abgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Ziel: die Matsumoto-Burg, 松本城 Matsumotojō.

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Auf dem Weg dorthin kamen wir durch eine Straße, die eindeutig absolut auf Touristen ausgelegt war, aber mit ihrem altjapanischem Flair und den vielen kleinen Shop, die alles mögliche verkauften, wirklich was hatte.

Die Namensstempel, hankō 判子, hier hätten mich ja schon interessiert, die waren aber nicht nur ab 5000¥ (ganz doll gerundet 50€) aufwärts, sondern man musste auch rund 10 Tage auf sie warten. Schade!

So, kommen wir zum Matsumotojō. Ich habe es vorhin bewusst mit Burg und nicht mit Schloss übersetzt, denn im deutsche  Verständnis wäre dieses ausschließlich zur Verteidigung ausgerichtete Gebäude eine Burg. Für rund 600¥ pro erwachsener Nase darf man die Burg und die umliegende Parkanlage dann betreten.

Wie eigentlich fast immer war das Innere der Burg eine Ausstellung. In diesem Fall alles rund um die damalige Kriegsführung. Waffen, Rüstungen, Erklärungen … Für mich hatte das Matsumotojō einige der bisher interessantesten Ausstellungsstücke. Zudem durfte man Photos machen, überall! Das ist selten! Nur die Steinabwurfluken Steine runterwerfen, das durfte man leider nicht :P

Die Treppen im Schloss waren übrigens mörderisch! Rutschig und teilweise im 90 Grad-Winkel! Hin und wieder hat meine Beinlänge gerade so ausgereicht, um zur nächsten Stufe zu kommen! Einige Japanerinnen mussten ein paar cm quasi im Flug hinlegen. Das ist besonders faszinierend, wenn man bedenkt, dass hier früher Männer in schweren Samurairüstungen durch die Etagen geflitzt sind! Na wenn sich da mal nicht ein paar von denen das Genick dabei gebrochen haben …

Im Dachgeschoss mussten wir erstmal ein wenig zu Atem kommen, bevor wir uns an den Abstieg machen konnten. Der Himmel zog sich langsam bedrohlich zu, aber wie erwähnt hatten wir das ganze Wochenende über wirklich mehr als Glück mit dem Wetter! Der Regen wartete, bis wir zurück im Hotel waren :D

Wir wollten noch ein wenig was von der Umgebung sehen und weil wir keinen Bock auf stressige Bus- und Bahnfahrten hatten – immerhin wollten wir uns ja erholen – liehen wir uns wieder ein Auto. Ich habe mir noch nie ein Auto in Deutschland geliehen, deshalb kann ich gar keine Vergleiche anstellen, aber in Japan ist das wunderschön unproblematisch und meistens kann man für rund 7000¥ (schlecht umgerechnet etwa 70€ :P) inklusive Versicherung und vollem Tank das Auto den gesamten Tag lang nutzen.

Erstes Ziel: ein Fußonsen (o^^o) Ja, ihr habt richtig gelesen: ein onsen 温泉, also eine Thermalquelle, nur für Füße! Und Gott, hat die guuuuut getan! Ich wollte gar nicht mehr raus! … Na ja, so lange, bis ein riesiger Mückenbock auf dem Wasser landete, das onsen war nämlich nicht überdacht :P

Das war aber übrigens nicht mein erstes Mal Fußonsen XD Daher war es ein kleines Stück natsukashii, Mädels ;)

In der Nähe vom Fußonsen gab es noch einen Schrein, an dem wir uns extra Mädels- und Jungshoroskope geholt haben! Männer und Frauen sind sooo anders, da müssen ganz andere Horoskope her :P Meins war spitzenmäßig, 大吉 daikichi, Keis musste seins am Schrein lassen :P

Wir besuchten dann noch das “Schweizer Dorf”, das スイス村, … welches absolut und überhaupt gar nichts mit der Schweiz zu tun hatte! Ganz ehrlich, fetter Reinfall! Haltet euch von dort fern! Außer ihr wollte Mitbringsel kaufen … oder euch im Streichelgehege von einer gierigen Ziege fast den Unterarm auskugeln lassen … aber ansonsten lohnt es sicht nicht :P

Wir fuhren noch ein wenig in der Gegend umher und genossen den Ausblick und die Ruhe, bevor wir dann am Abend das Auto zurückbrachten und uns zum Abendessen begaben. Unser Hotel hatte ein eigenes izakaya 居酒屋 und da ging es dann lecker japanisch essen und saufen :3

Und damit war unser Kurztrip auch sch0n wieder rum. Hier auf dem Blog wirkt es gar nicht so, aber wir haben echt viel an diesem Wochenende gesehen und erlebt, waren aber Sonntag trotzdem nicht zu fertig. So brauche ich meine Wochenendausflüge, wenn ich am Montag schon wieder zur Arbeit muss :D

 

 

 

 

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“Kannst du keine Kinder kriegen, oder was?”

Ein Thema, das in den letzten Tagen in den japanischen Medien vielfach diskutiert wurde: Die Abgeordnete Ayaka Shiomura der Minna no To hält im Tokyoter Parlament eine Rede, in der sie sich für die staatliche Unterstützung vom Frauen, die unfruchtbar sind oder generell Hilfe bei der Schwangerschaft und der Erziehung ihrer Kinder benötigen, einsetzt.  Plötzlich hört man Zwischenrufe: “Heirate du erstmal!”, “Kannst du keine Kinder bekommen?” Dazu Gelächter. Hier die Aufnahmen von NHK dazu:

Shiomura versucht, die Kommentare einfach wegzulächeln, doch weitere Aufnahmen zeigen, wie sie ihr deutlich zusetzen.

Ausgerechnet aus den Reihen von Premierminister Abe kommen die Stimmen. Inzwischen hat sich nämlich ein Schuldiger zu den Zwischenrufen bekannt: Akihiro Suzuki, ein eher kleines Lichtchen der Regierungspartei, der zudem kurz nach der Rede noch frech in die Kamera kommentierte: “Zwischenrufe? Da waren keine Zwischenrufe! Das höre ich gerade zum ersten Mal!” Er bekannte sich aber auch nur zur Aufforderung an Shiomura, endlich zu heiraten. Er habe es ja auch gar nicht persönlich gemeint, sondern würde sich um den demografischen Wandel in Japan sorgen. Gut, damit können wir davon ausgehen, dass er also alle Frauen meinte. Na das beruhigt uns ja jetzt. Die anderen Zwischenrufer halten sich bisher bedeckt. Da Suzuki keine wichtige Persönlichkeit in der Partei darstellt, kann auch davon ausgegangen werden, dass die Zwischenrufe eventuell von jemand ganz anderem stammten und der gute Mann nur seinen Kopf dafür hinhält. Denn im Anschluss an die Berichterstattung von NHK war die Entrüstung groß. Eine Beleidigung für alle Frauen, sexuelle Belästigung, der Beweis für das rückständige Denken der LDP, hieß es in Interviews, Umfragen, Zeitungsartikeln. Auf change.org wurde eine Petition gestartet, die forderte, die Urheber der Zwischenrufe ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen. In kurzer Zeit unterzeichneten 70.000 Leute.

Und das in einer Zeit, in der Abe sich für eine frauenfreundlichere Gesellschaft einsetzen will. Denn dieser hat die Frauen als bisher größte ungenutzte Ressource an Arbeitskraft für sich entdeckt und will mit ihnen nun Japan zu einem neuen Wirtschaftsaufschwung verschaffen. Das macht der Abe gern, den Frauen die Verantwortung für die Zukunft Japans zuzuschieben. Denn gleichzeitig sollen diese bitte auch den demografischen Wandel aufhalten. Arbeiten und so viele Kinder wie möglich in die Welt setzen, aber bitte ohne staatliche Unterstützung. Denn Abe proklamiert Selbsthilfe vor Hilfe durch den Staat. Sicher, noch irgendwas? Die Frauen sind also verantwortlich für alles und so ist praktischerweise auch gleich der Sündenbock gefunden, sollte es nicht so klappen, wie die LPD es sich erhofft. “Die sollen sich mal nicht so haben, die verwöhnten arbeitenden Mädchen! Kinder kriegen, dafür aufhören zu arbeiten, und dann kann man ja irgendwann in den Job zurück”, weiß immerhin Ayaka Sono, Mitglied in Abes “Education Rebuilding Implementation Council”. Zurück in DEN Job? Nein, das passiert meistens eben nicht. Rund 62% der Frauen in Japan geben ihren Job auf, wenn sie ein Kind in die Welt setzen. Und wer es danach wieder in die Arbeitswelt schafft, landet meist in einem schlecht bezahlten Teilzeitjob, der einen trotzdem bis zu 8 Stunden am Tag am Arbeitsplatz hält und bei dem man gefälligst über das Unternehmen des Mannes kranken- und sonstwie versichert ist. Spannend ist die Arbeit, die man dort tut, dann oft auch nicht. Mein Arbeitsplatz macht da keine Ausnahme. Wer als Frau bei uns Fest- oder Vertragsangestellter ist, ist kinderlos. Alle Damen mit Kindern arbeiten in Teilzeit als coordinator. Bei den Herren? Jeder Festangestellte, den ich bei uns kenne, hat mindestens ein Kind. Und eine Frau, die für selbiges ihren Job aufgegeben hat. Ein weiblicher localizer mit Kind? Aber was, wenn die deadline näher rückt und Überstunden geschoben werden müssen? Tja, so sieht es aus. Es mangelt an Unterstützung in Form von Kindergärten  und Co., aber vor allem mangelt es an Verständnis, an Umdenken. So war eine der ersten Fragen meines Managers im Bewerbungsgespräch auch: “Und? Für wann sind die Kinder geplant? Sowas müssen wir als Unternehmen ja wissen!” Matahara nennt man das hier in Japan, maternity harassment. Die Schaffung eines Arbeitsplatzes an dem man sich nicht traut, schwanger zu werden. Aber als Frau, die sich gegen Kinder entscheidet, hat man es auch nicht leicht. Irgendwas muss doch mit einem nicht stimmen. Man würde doch die Zukunft Japans aufs Spiel setzen, mit seinem Egoismus. Wie man es macht …
In den guten, alten Zeiten schwelgen da viele Männer. Als die Frauen noch ohne Wenn und Aber Zuhause blieben, sich um die Kinder kümmerten und das Geldverdienen ihnen überließen. Dass das bei dem heutigen Gehaltsniveau oft nicht einmal mehr die Frauen tun können, die das gerne wollten, kommt ihnen da nicht in den Sinn. Ein Gehalt reicht nicht? Wie das denn, wo die Preise seit Jahren steigen, die Gehälter aber nicht? Aber hey, sitz nicht die ganze Zuhause rum! Du musst arbeiten! Es mangelt an Arbeitskräften!

Frauen in Japan sollen also quasi ein Wunder bewirken. Japans fehlende Arbeitskräfte ersetzen und gleichzeitig den demografischen Wandel aufhalten. Ohne Hilfe vom Staat, versteht sich. Aber alles sofort! Warum seid ihr noch nicht schwanger? Das ist doch euer Job! Und genau dieses Denken zeigt sich in solchen Zwischenrufen. So lange Japans Parlament von Männern mittleren Alters bevölkert wird, die sich an den traditionellen Werten der bubble economy festklammern, wird sich daran wohl auch nicht viel ändern …

 

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Der gläserne Angestellte

Ich bin erkältet. Schon wieder. Meeeeh! Gestern Nachmittag ging es los und irgendwann hörte ich mich so verdammt verschnuft an, dass unsere Chefübersetzerin mich nach Hause schickte. “Schnell ins Bett und auskurieren!” Na ich hoffe, das hilft. Ich hab nur noch 2 Urlaubstage bis Oktober offen (Und ja, damit ist meine Firma sogar ein leuchtendes Beispiel auf dem japanischen Arbeitsmarkt, die meisten Angestellten bekommen zu Anfang nicht einen einzigen Tag). Wahrscheinlich kann ich danach unbezahlten Urlaub nehmen (?), ich weiß es nicht, aber, also, das muss doch gehen. Wenn ich mir jetzt das Bein breche und anrufe und mich krank melde, kann ja wohl kaum einer sagen “Oh, Frau K., Sie haben leider keine Urlaubstage mehr frei, Sie müssen kommen!” Hmm …

Ja, die japanische Arbeitswelt. Es gibt einiges, an das ich mich erst noch gewöhnen muss … So zum Beispiel an den jährlichen Gesundheitscheck. Unternehmen sind nach Artikel 66 des Arbeits- und Gesundheitsschutzgesetzes dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass Angestellte einmal im Jahr einen Gesundheitscheck ablegen und der Personalabteilung die Ergebnisse vorlegen. Kleinere Firman lassen den Angestellten sich die Praxis dafür meistens selbst aussuchen und erstatten nur die Kosten, größere Firmen haben entweder eine bestimmte Praxis als Ansprechpartner oder gleich einen Arzt im Haus, in einigen Fällen muss man die Kosten für den Gesundheitscheck auch selbst tragen.

Den ersten Gesundheitscheck, den ich ablegte, einen sogenannten 雇入れ健康診断 yatoiire kenkōshindan, hätte ich eigentlich lange vor meiner Bewerbung machen und zusammen mit all meinen Unterlagen bei Vertragsunterzeichnung einreichen müssen (daher auch der Name “Gesundheitscheck zur Anstellung in einem Unternehmen”). Aber da wir in Deutschland solche Späße wie vom Unternehmen angeforderte Gesundheitschecks, soweit ich weiß, nur für Leute in Berufen mit Kranken, Kindern oder Älteren haben, durfte ich ihn zu einem späteren Zeitpunkt in Japan ablegen. Für den 31.05. hatte ich einen Termin, und meine Fresse, war ich angepisst. Gesundheitscheck. Und danach das dem Unternehmen vorlegen. Wer weiß, was da alles für Daten drinstehen! Man kennt ja Japan, die werden sich ja wohl kaum mit einem “Ihr Angestellter kann ohne Einschränkungen seiner Tätigkeit nachgehen”-Schreiben abspeisen lassen. Und ich sollte Recht behalten -.-

Der Gesundheitscheck für unter 30jährige beinhaltet folgendes:
- Messung der Körpergröße, des Gewichts und des Bauchumfangs
- Messung der Sehstärke und des Hörvermögens- Blutabnahme und Untersuchung auf alles mögliche
- Untersuchung einer Urinprobe, auch aus alles mögliche
- ein Röntgenbild des Brustkorbs (Untersuchung auf Tuberkolose)
- Messung von Puls und Blutdruck, sowie Erstellung eines Herzfrequenz-Diagramms
- Gespräch mit einem Arzt, in dem auch Brustkorb abgehört und Rachenbreich untersucht wird

Klingt viel? Ist es auch. Und je älter man wird, desto mehr Punkte kommen hinzu. So müssen die Damen ab 35 auch zur Krebsvorsorge und alle müssen ein Röntgenkontrastmittel trinken (ich glaube, es ist ein Bariumsulfat oder so was), bevor sie geröngt werden. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, einem gesunden Körper dieses Röntgen einmal im Jahr aufzudrücken und dann auch noch ohne konkreten Verdacht auf eine Krankheit mit diesen Kontrastmitteln zu arbeiten …

Kei hat mir eine Praxis ausgesucht, die mit Fahrrad 5 Minuten von uns entfernt war. Ich hatte keinen Bock auf den Gesundheitscheck (Ich fände ihn ja im Prinzip ganz toll, so einmal im Jahr durchgecheckt werden und genau wissen, ob alles in Ordnung ist, aber dass man das Ergebnis eben so seinem Arbeitgeber vorlegen muss …) und ich durfte vorher auch nichts essen, um die Blutwerte nicht zu verfälschen, da besserte meine Laune sich nicht. Aber die Praxis war sehr schön, sauber und modern (Ja, das betone ich hier besonders, gerade das “sauber und modern” ist in japanischen Praxen nicht immer selbstverständlich) und innerhalb einer Stunde war ich durch. Die Gesundheitschecks werden meist von privaten Praxen durchgeführt. So wie ich gesehen habe, kann man da auch ein ganzes Wochenende verbringen und sich auf Herz und Nieren checken lassen, und es waren unglaublich viele junge (!) Paare in blauen und rosafarbenen Bademänteln da, um genau dies zu tun O_o “So Kinders, seid lieb und ärgert Oma und Opa nicht, Mama und Papa sind auf Pärchen-Gesundheitscheck!” Hm, na wer will … Aber die Dinger sind nicht günstig!

Die Kosten für den 雇入れ健康診断  muss man übrigens selbst tragen. Knapp 80€ hat meiner gekostet -.- Ich wurde dann gefragt, ob man das Ergebnis gleich meinem Arbeitgeber zuschicken solle oder mir. Ähm, hallo? Ja, ich würde das Teil vorher schon gerne mal zu Gesicht bekommen! Kann ja wohl nicht sein, dass ich zur Personalabteilung muss, um nachzufragen, ob mit mir alles in Ordnung ist! Also meine Adresse angeben und fertig.

Am Freitag Abend erhielt ich dann den Brief. Und es war genauso, wie ich befürchtet hatte:  Auf dem Zettel, der dem Arbeitsgeber vorzulegen ist, steht einfach ALLES. Wirklich ALLES! Von meinem genauen Gewicht, Körpergröße, BMI und Co. bishin zur exakten Anzahl der weißen Blutkörperchen in meinem Blut, meinem Blutdruck und meiner Herzfrequenz. Ich musste beim Arzt ein paar Zettel mit dummen Fragen über meine Gesundheit ausfüllen, und was auch immer ich dort als kleines Wehwehchen angegeben habe, wurde einfach so auf den Wisch für den Arbeitgeber übertragen. Rückenschmerzen, manchmal Tinitus im Ohr, dass mich hin und wieder Kopfschmerzen plagen usw. Vielleicht war ich ja auch dumm, das alles anzugeben, aber ich dachte, das würde dem Arzt im Gespräch helfen und er könnte mir vielleicht ein paar Tipps geben. Aber die Sachen kamen da überhaupt nicht zur Sprache. Tja, weiß ich für den nächsten Test Bescheid, da hab ich dann offiziell gar keine Wehwehchen mehr!

Am Ende gab es trotzdem noch die Gesamtwertung “A” – keine Auffälligkeiten gefunden, Patient ist bei bester Gesundheit. Na schick. Trotzdem liegt der Zettel jetzt seit Freitag bei mir rum und ich kann mich nicht dazu bringen, ihn einzureichen. Auch mit bestem Ergebnis stört mich der Gedanke wahnsinnig, der Personalabteilung so viel über mich Preis zu geben. Einige Kollegen meinen, die würden da sicher keinen Blick drauf werfen und das einfach abheften, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Das sind wertvolle Informationen da in ihren Händen, die spätestens bei der Frage, ob jemand zum Festangestellten gemacht oder zum Manager befördert wird, das Ja oder Nein bedeuten könnten. Aber da es gesetzlich festgelegt ist, komme ich wohl nicht umhin, das Ding in den nächsten paar Tagen einzureichen.

Und während ich mich noch über den aktuellen Gesundheitscheck aufregte, erreichte mich eine E-Mail unserer Personalabteilung: “Frau K., Sie sind am 01.07. dran mit dem jährlichen Gesundheitscheck!” Wie bitte, was? Ich hoch zur Personalabteilung. Ich hatte ja wohl vor 2 Wochen gerade erst einen! Ja, Sache ist: Wer im April anfängt, muss bis Oktober zum firmeninternen Gesundheitscheck ran. Es gibt noch andere Daten, aber ich wurde eben für den 01.07. eingeteilt. 2 Gesundheitschecks innerhalb eines Monats? 2x Brustkorb röntgen innerhalb von 4 Wochen? Sicher! JA WOHL KAUM!!! HABEN DIE ‘NEN SCHUSS???? Aber nein, der Termin lässt sich nicht verschieben, wir sind immerhin in Japan. Man hätte vollstes Verständnis dafür, wie unangenehm es wäre, das nach 1 Monat gleich alles nochmal durchzuziehen, aber es ginge eben nicht anders. Na das werden wir ja mal sehen. Ich ziehe mir von meinem Wisch eine schicke Kopie, und alles, worauf ich keinen Bock habe (Blutabnahme und Röntgen im genauen) werde ich mit Verweis auf mein exzellentes Ergebnis von vor 1 Monat ablehnen. Zwingen kann mich niemand! Einmal im Jahr ohne gestimmten Grund den Brustkorb röntgen, finde ich schon krass genug, aber 2x in 4 Wochen? Nein danke, ich brauche keinen Brustkrebs!

Und so regt mich die Sache um den Gesundheitscheck mehr und mehr auf. Ihr werdet sicher demnächst noch mal was darüber von mir lesen … spätestens nach meiner Revolution am 01.07. :P

 

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Kommentare

WordPress hat bei mir als Grundeinstellung “keine Kommentare erlauben” drin. Ich weiß nicht, wie ich das ändern kann und muss nun für jeden Beitrag einzeln Kommentare erlauben. Manchmal vergesse ich das. Wenn ihr irgendwo kommentieren wollt und nicht könnt, sagt mir Bescheid, ich kriege das sonst nie mit und das wäre doch schade, hier gibt es keinen Beitrag auf den ich nicht gerne Kommentare hätte ;)

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Was macht eigentlich der Hamster?

Ich wurde letztens in meinen Kommentaren gefragt, wie es unserem Hamster denn gehen würde. Zu meiner Schande habe ich dazu wirklich lange nichts mehr geschrieben …

Die kleine Maru ist gestern vor genau einem Jahr leider ganz plötzlich verstorben :( Sie war gerade einmal 1 1/2 Jahre alt, selbst für einen Hamster ist das wahnsinnig jung. In ihrer Lieblingsecke haben wir sie ganz regungslos gefunden, die Backen noch vollgestopft mit Sonnenblumenkernen. Sie schien ganz sanft eingeschlafen zu sein. Damals habe ich auf Arbeit gerade keine sehr schöne Zeit durchgemacht (Wer sich erinnert, mein Nikkō-Reisebricht hat zu der Zeit auch 4 Wochen auf sich warten lassen) und habe deshalb nichts dazu geschrieben, und danach hab ich nicht mehr so viel dran gedacht. Kei und ich waren wirklich traurig, für Kei war es auch das allererste Haustier, das verstarb. Wir haben sie in einem Holzkorb mit Deckel bei uns damals im Vorgarten begraben und oben drüber ein paar Sonnenblumen gepflanzt.

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Das haben wir spätestens beim Umzug jetzt bereut, denn jetzt mussten wir sie leider dalassen :( Aber was da nach einem Jahr noch übrig geblieben sein wird, das will wirklich niemand ausgraben. Und aus den Sonnenblumen ist was geworden, für Maru also eigentlich der ideale Platz XD

… Und wo wir gerade bei den traurigen Nachrichten sind: den kleinen Tetsu gibt es leider auch nicht mehr :( Anfang dieses Jahr verstarb er an einem Herzfehler, Kei hat das fast so hart getroffen wir der Tod seines Opas vor 6 Jahren …

2013-05-17 20.48.30In der Hinsicht mussten wir im letzten Jahr – Kira verstarb ja auch noch im Dezember – recht viel verknusen -.- Keis Eltern wollen sich definitiv eine neue Katze anschaffen, aber da sie im September einen großen Urlaub geplant haben, wird das vielleicht noch etwas dauern. Aber ich will auf jeden Fall dabei sein! Katzenbabys *.*

Zurück zum Hamster: Auch wir können einfach nicht ohne Tier im Haus, also zog das kleine Madamchen hier bei uns ein:

2013-06-17 19.54.58Darf ich vorstellen? Mogry! (Benannt nach einem knuffeligen Charakter aus der Final-Fantasy-Reihe) Ich war von Maru als Haustier einfach so begeistert, es musste wieder ein Hamster werden! Maru war handzahm und verkuschelt, gleichzeitig so wenig auf sozialen Kontakt angewiesen (Hamster sind Einzelgänger, lasst euch nie etwas anderes erzählen und euch 2 auf einmal aufdrücken, die beißen sich gegenseitig tot!), dass sie ohne Probleme den Tag auch ohne uns verbringen konnte. Perfekt für einen Haushalt, in dem beide lange arbeiten. Mogry hatte ich dann ausgewählt, weil sie zwar auch ein Dschungare ist, aber eine komplett andere Fellfärbung hatte als Maru. Tja, dass dieser Hamster im Verlauf von gerade einmal 2 Monaten sein Fell einmal komplett umfärbt und inzwischen zu 100% (!!!) aussieht wie Maru, hätte ich mir auch nicht träumen lassen ^^;

Wenn mich Mogry jedoch eins gelehrt hat, dann das: Kein Hamster ist wie der andere. So ähnlich sie sich sehen, so unterschiedlich sind sie sich! Maru war handzahm vom ersten Tag an, bei Mogry haben wir inzwischen aufgegeben. Ich weiß nicht, was ihr in ihrem jungen Leben bisher zugestoßen ist, dass sie so bissig auf Hände reagiert, aber ich will sie zu nichts zwingen und sowohl füttern als auch Käfig säubern schaffen wir, ohne dass wir sie anfassen müssen – Madamchen ist nämlich etwas dumm und lässt sich immer wieder mit dem gleichen Trick einfangen :P Gut für uns ;)
Maru ging nichts über ihre Möhren, mit anderem Gemüse brauchten wir ihr absolut nicht ankommen. Mogu frisst alles AUßER Möhren! Was gut ist, denn die kleine hat leichte Diabetes und da sind Gemüsessorten mit viel Wasser eh besser. Gurken und Sojasprossen hat sie am liebsten.
Maru liebte ihr Laufrad und die zweite Etage, die wir für sie gebaut haben. Rennen und klettern, klasse! Für Mogry ist alles nur zum Anknabbern da. Wirklich alles! Außer natürlich die Dinge, die wir ihr explizit zum Anknabbern kaufen. Die sind zum Draufklettern da. Aber auch nur draufklettern und still sitzenbleiben. Und alles ist zum unten drunter buddeln da, damit es umfällt. Die richtet ein Chaos in ihrem Käfig an, ey XD Diesen Hamster soll mal einer verstehen! Da sie wenig rennt, neigt sie ein wenig zu Übergewicht, was schwer zu kontrollieren ist, wenn man sie zum Wiegen nicht einfach mal schnell auf die Waage packen kann, aber sie wird dafür eben mit weniger Sonnenblumen bestraft, als Maru hin und wieder haben durfte :P

Nein, Mogry ist kein Kuscheltier, aber sie ist trotzdem unglaublich niedlich und ich kann teilweise Stunden vor dem Käfig sitzen und ihr zugucken!

S__2252841So, und damit seid ihr auch auf dem neuesten Stand, was die Haustiersituation hier im Hause K. betrifft – hat ja nur ein Jahr gedauert :P

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