[Einkaufen in Japan] Nitori

Ein Beitrag aus der Kategorie: “Wie froh wäre ich gewesen, wenn ich das schon bei meinem ersten Aufenthalt in Japan gewusst hätte.”

Kommt man nach Japan, werden einem für die günstige Ersteinrichtung fast immer die 100Yen-Shops empfohlen. Warum auch nicht? Für umgerechnet derzeit rund 70 Cent bekommt man dort eigentlich alles, was man zum Leben braucht. Geschirr, Wäschehänger, Kleidung, Kosmetik, Schreibzeug, sogar Haustierbedarf und Gartenzeug. Allerdings darf man dafür kein Fan von Qualität sein. Das ganze Zeug ist billigst produziert, Plastik wohin man sieht und meistens hält es kaum mehr als ein paar Benutzungen aus. Alles, was wir damals an der Tōkai nicht schon von unseren Vorgängern bekommen hatten, haben wir uns im 100 Yen-Shop zugelegt. Günstig? Ja. Aber das Zeug war schnell kaputt (Gläser sind teilweise bei einem Mal unsanft zur Seite ins Waschbecken legen einfach zersplittert). Wer billig kauft, kauft eben doppelt.

Für die Ersteinrichtung für so gut wie alles bis auf Möbel vielleicht würde ich heute jedem Herziehenden einen ganz anderen Laden empfehlen: Nitori.

Nitori lässt sich vielleicht am einfachsten als japanisches IKEA bezeichnen. Es gibt alles, was man so zum Wohnen braucht. Weil ich noch nie ein Möbelstück von Nitori hatte, kann ich dazu nichts sagen, aber beim Rest würde ich behaupten, dass die Qualität oft der von IKEA überlegen ist. Geschirr kaufen wir fast nur noch hier. Es ist günstig, aber sehr stylisch und vor allem: es hält!


Und wie man auf dem linken Photo vielleicht erkennen kann, sind die Preise wirklich nur einen Bruchteil höher als im 100 Yen-Shop. Dafür hält das Zeug so lange, dass sogar die Nachfolger eurer Nachfolger an eurer Austauschuni noch was davon haben :P Wir haben mal eine Pfanne von IKEA gekauft, die wir nach einem halben Jahr entsorgen mussten. Unsere Pfanne von Nitori sieht auch nach 2 Jahren fast aus wie neu!


Und dann gibt es auch noch tolle Dinge wie z.B. nabe, die man im Winter lieben lernen wird! Das Design hier ist etwas teurer (und trotzdem noch nicht teuer), aber es gibt andere, schlichtere Designs, bei denen ein Topf für 3 – 4 Personen keine 2000 Yen, also weniger als rund 15 € kostet. So einer steht nach unserem Urlaub ganz oben auf der Wunschliste.


Es gibt auch alle möglichen erschwinglichen Elektrogeräte, obwohl hier ein Preisvergleich in den umliegenden Elektrogeschäften nicht schaden kann. Die haben meist dann doch eine größere Auswahl und haben eventuell etwas, das noch ein paar 100 Yen günstiger ist. Obwohl auch hier Nitori wieder nicht teuer ist.


Möbel hab ich, wie gesagt, noch nicht ausprobiert, aber von den Showflächen lass ich mich gerne inspirieren. Und solche Dinge wie kotatsu-Decken bekommt man im IKEA dann eben doch nicht.

Inzwischen ist Nitori für vieles unsere erste Anlaufstelle. Neben dem Großteil unseres Geschirrs kommt auch die Gesamtheit unseres Bettzeugs, bisher jeder unserer Teppiche, viele unserer Kissenbezüge und fast alle unserer Kleiderbügel von dort ( ̄▽ ̄)

Und im Winter kann man bei Nitori auch Weihnachtsdeko kaufen. Nur die ist … na ja … über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten … :P

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Der Winter ist da

Letzte Woche ist er ohne zu fragen einfach ganz dreist bei uns eingefallen. Dabei schreit draußen noch alles nach Herbst: das buntgefärbte Laub an den Bäumen und die eigentlich immer noch gar nicht so kalten Temperaturen … also für eine Deutsche. Kei hat nämlich schon längst die Daunenjacke rausgekramt, wo mir noch meine Herbstjacken reichen ( ̄▽ ̄)

Zuhause hingegen sieht das ganz anders aus. 8 Grad Außentemperatur? Kein Problem? Aber 14 Grad Zimmertemperatur? Da werd ich zur Frostbeule! Und so habe ich die letzten Abende hier meine besten Freunde für den japanischen Winter Zuhause wiederentdeckt: Kuscheljacke, Kuscheldecke, Kuschelsocken, die Wärmflasche und eine heiße Kanne Tee! Denn selbst mit Klimaanlage bekommt man bei unserer Einstellung die Temperatur auf höchstens 19, mit viel Sonne vielleicht auf 22 Grad hoch. Jede andere Einstellung würde unsere Stromkosten einfach zu weit in die Höhe treiben.

Auf Arbeit, man sollte es im Winter kaum glauben, muss ich wohl langsam die gleichen Geschütze auffahren, denn obwohl es nun draußen eindeutig kälter geworden ist, hat sich die Lieblingstemperatur vieler meiner Kollegen für die Klimaanlage seit dem Sommer nicht geändert: 19 Grad, kalte Luft. Ihr habt sie doch nicht mehr alle! Wann immer ich kann, stelle ich die Klimaanlage hoch, denn ich sitze natürlich DIREKT unter einem solchen Pustegrät und habe dann immer die kalte Luft im Nacken, aber gegen die geballte Macht aller Kloppis bei mir auf Arbeit komme ich manchmal einfach nicht an. Inzwischen habe ich schon eine Decke, einen Schal und eine Teekanne an meinem Platz, wird wohl Zeit, dass ich noch mit einer Wärmflasche nachrüste …

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[Damals und Heute] In Japan leben?

Ich bin derzeit dabei, Photos aus älteren Beiträgen durch dieselben Photos aus meinen Photo-Clouds zu ersetzen, um ein wenig Platz in meinem wordpress-Speicher zu schaffen. Die Gelegenheit nutze ich auch, um mir meine alten Beiträge mal wieder durchzulesen (und ein paar Fehler auszumerzen :P ) Ein Beitrag vom November 2007, also aus meinem allerersten Jahr in Japan, bei dem ich ein wenig ins Schmunzeln geriet, ist der Folgende:

Etwas Gegrübel und Aufgehole

Denn in dem Beitrag heißt es:

Ich habe keine Ahnung, ob ich in der Lage wäre, auch in Zukunft in Japan zu bleiben. Derzeit, wo es so langsam auf die Weihnachtszeit zugeht, vermisse ich so viel aus Deutschland und Berlin, vor allem meine Familie …

Haha, tja, räusper. Das war lustigerweise exakt einen Tag, bevor ich mit Kei zusammengekommen bin. Und ehe ich mich versah, ging es um die Frage, wie ich so schnell wie möglich für lange Zeit nach Japan kommen kann :P

Obwohl das jetzt irgendwie so klingt, als hätte ich diese Entscheidung leichtfertig gefällt. Ach ja, wäre das mal so gewesen. Nein, leicht hab ich es mir wahrlich nicht gemacht. Viele Nächte habe ich wachgelegen und mir gedacht “Oh Gott, ich KANN NICHT nach Japan ziehen!!!” Denn Hand aufs Herz: Als Deutscher in Japan zu leben bedeutet, seinen Lebensstandard in vielerlei Hinsicht runterzuschrauben. Und trotzdem wohne ich also inzwischen zum wiederholten und derzeit wahrscheinlich auch längsten Mal hier und kann sagen: So schlecht lebt es sich in Japan dann doch nicht ;)

Was ich übrigens damals an Dingen, die mir in Japan an Deutschland fehlen, aufgezählt habe, nämlich

MÜLLEIMER, Sitzgelegenheiten, Privatsphäre …“,

könnte ich fast so stehenlassen, möchte aber noch “deutsches Essen und verdammt noch mal VERNÜNFTIGE ÄRZTE” hinzufügen.

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Wie die Zeit vergeht …

Als ich den Blogpost von letzter Woche tippte, überkam mich plötzlich der Gedanke: 7 Jahre! Ich bin schon 7 ganze Jahre mit Kei zusammen. Das ist fast so lange wie mein Studium dauerte, und wie wir wissen, hab ich dafür eine halbe Ewigkeit gebraucht ( ̄▽ ̄) Das bedeutet zudem, dass mein Rückflug nach meinem allerersten Austauschstudium in Japan nun bereits auch über 6 Jahre her ist.

Dass das eine Menge an Zeit ist, die da vergangen ist, habe ich so richtig gemerkt, als Kei und ich eben dieser meiner Austauschuni von 2007/2008 zum Unigründungsfest, 建学祭 kengakusai, einen Besuch abstatten.

Der erste Besuch war es seit 2008 wahrlich nicht. 2010 gab es bei meinem Besuch in Japan eine super-natsukashii-Tour mit vielen, vielen Photos, einmal kengakusai 2011 (Und ich bin mir ganz sicher, dass ich noch ein 2. Mal beim kengakusai war, aber ich kann einfach den entsprechenden Blogpost nicht finden) und einen Besuch mit meiner damaligen Tōkai-Zimmergenossin in 2012 (^.^)

Die letzten Male (Und ich bestehe darauf, dass es mindestens 2 Male waren! Wo ist der verdammte Blogpost hin???), die ich als Besucher und nicht als gebeutelter Mitaussteller das kengakusai besuchte, war das Fest eher eine Art Klassentreffen. Man traf Leute, die mit einem auf dem Austausch waren, viele der japanischen Studenten, mit denen man in der Zeit dort zu tun hatte, und vor allem die nächste Generation an Japanologen, die sich durch die Sprachkurse schlug. Dieses Jahr hingegen gab es keinen deutschen Stand. Gibt es etwa keine deutschen Austauschstudenten mehr? Doch, insgesamt 2 soll es wohl auch dieses Jahr an die Tōai verschlagen haben. Aber entweder sind das nicht genug, um einen Stand zu errichten, oder der Vertrag zwischen der Tōkai und der HU ist wirklich so krass in die Brüche gegangen, dass wirklich nur noch der Studienplatz gestellt wird, mehr nicht. Allerdings steht die Japanologie der HU eh kurz vor der endgültigen Abschaffung (oder ist bereits abgeschafft?), die Zahl wird also in Zukunft wohl auch nicht mehr steigen. Das hat mich sehr traurig gemacht. Ich habe mich auf dem kengakusai immer sehr gerne mit den nachfolgenden Jahrgängen an HU-Japanologen unterhalten :(

Dieses Jahr feierte man übrigens das 60. kengakusai, also das 60-jährige Bestehen der Tōkai-Uni.

Es hätte also eine riesengroße Party geben müssen, nicht? Leider war das das kleinste kengakusai auf dem ich bisher gewesen bin O_o Gerade einmal 1/3 des Campus war für die Zelte vorgesehen und auch die Besucherzahlen hielten sich in überschaubaren Grenzen.

Es hat sich vorher schon abgezeichnet, dass das Fest seit 2007 mit jedem Jahr immer kleiner wurde, aber ein so winziges Fest zum 60-jährigen Bestehen? Einige Unis sind wohl doch bereits vom Rückgang der Geburtenraten und damit der geringeren Zahl an Studenten betroffen. Die Tōkai-Uni ist nun auch keine Eliteuniversität und kostet dennoch einen stolzen Preis von rund 10.000€ pro Jahr (!!!) an Studiengebühren. Wer kann, geht natürlich auf eine Uni mit besserem Ruf. Und je weniger Studenten es gibt, desto mehr müssen sich auch die Eliteunis um die wenigen Studenten bemühen.

So, also kein deutsches Essen für mich, keine Gespräche mit neuen HU-Japanologie-Studenten, na toll! Dann eben Frust-Shoppen im Bab-Shop! Jawohl!

… … … Also diese Angewohnheit, den Bab-Shop zu schließen, wenn ein Haufen Besucher auf dem Campus erwartet wird, die werde ich wohl nie nachvollziehen.

Tja, was kann man mit so einem Tag noch anfangen? Kei und ich kauften uns yakitori und Schokobananen und spazierten über den herbstlichen Campus (Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vom Arzt noch Anweisung, meinen Fuß ein wenig zu benutzen, damit er durch die Verletzung nicht steif wird, inzwischen ist ja wieder ruhig halten angesagt):

Außerdem gab es wieder schicke und günstige Keramik zu kaufen, und dieses Mal wurde ich sogar beim Buchausverkauf fündig und bin jetzt stolze Besitzern von 4 akademischen Werken über Jane Austen, die ich wahrscheinlich nie lesen werde. Aber sie sehen schick im Bücherregal aus :P

Für einen kurzen Augenblick hab ich überlegt, ob ich nicht aufs nächste Mitasai der Keiō-Uni gehen sollte, um zu schauen, wie es dort inzwischen aussieht, aber irgendwie hatte ich zur Keiō nie die Verbindung, die ich zur Tōkai habe. Vielleicht, weil ich an der Keiō nur ein halbes statt ein ganzes Jahr war. Vielleicht, weil ich an der Tōkai nicht nur Unterricht hatte, sondern auf dem Campus auch gelebt habe. Vielleicht aber auch, weil die Keiō für mich ein halbes Jahr sinnloser Unterricht unter bescheuerten Leuten und zum Großteil desinteressierten Dozenten war, während ich an der Tōkai nicht nur lauter Freunde von mir dabei hatte, sondern auch wusste, warum ich den Unterricht belege. Was wird es wohl sein …? :P

 

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Damit das Aua Aua ganz schnell weggeht

Eigentlich wollten Kei und ich gestern unser 7-jähriges nachfeiern. Uneigentlich rammte mir mein Arzt bei einer erneuten Untersuchung eine Kortisonspritze in meinen immer noch stark schmerzenden Fuß und setzte mich damit für den Rest des gestrigen und eventuell auch noch heutigen Tages außer Gefecht. Denn inzwischen behandeln wir keine Verstauchung mehr, sondern eine Entzündung in meinem Fußgelenk. Wie schön. Sollte die Spritze wider Erwarten nicht anschlagen, dann müssen wir wohl langsam in Betracht ziehen, dass ich mir bei dem Sturz die Bänder verletzt oder sogar gerissen haben könnte. Schön, wo man mir doch vier Arzttermine lang erzählt hat, das wäre absolut ausgeschlossen. Ist mein Arzt nicht eine Wucht?

Dass ich bei mir jetzt eine Entzündung des Gelenkes vermutet wird, das hat mir mein lieber Arzt übrigens auch nicht persönlich erklärt, natürlich erst recht nicht, was sich in der Spritze befindet. Das überhörte ich nur durch Zufall, als ich im Nebenzimmer auf die Spritze wartete und er der Krankenschwester Anweisungen über die in meiner Krankenakte zu tätigen Einträge gab. Seine Erklärung etwas vorher beinhaltete ungefähr die Worte “Die macht, dass das Aua Aua ganz schnell weggeht!”, und wäre Kei nicht dabei gewesen, wäre ich davon beinahe beleidigt gewesen. Aber so muss ich wohl der Tatsache ins Auge sehen, dass Ärzte hier generell nicht der Meinung sind, ihre Patienten würden mit diesen ganzen komplizierten Worten und Erklärungen was anfangen können.

Nach der Spritze gab man mir dann den Hinweis, heute nicht zu baden. Das war alles. “Muss ich das Bein heute ruhig halten?”, “Soll ich nächste Woche noch zur Therapie kommen?”, “Verträgt sich das, was auch immer in der Spritze war, mit Schmerzmitteln?”, die ganzen wichtigen Fragen, musste ich noch mal extra nachfragen lassen oder Zuhause selbst recherchieren. Und die Veträglichkeit mit Ibuprofen hätte sich mit “Spritze, die das Aua Aua wegmacht” bestimmt so viel zuverlässiger herausfinden lassen als mit “Kortisonspritze”.

Den gestrigen Tag verbrachte ich im Bett, im ständigen Wechsel zwischen GRR Martin-Buch, Hörbuch, 3DS und komatösen Zuständen hin und her. Und heute? Meine Zehen kann ich wieder schmerzfrei bewegen, aber der Rest meines Fußes fühlt sich doch noch ziemlich taub an. Na, Hauptsache ich bin morgen für Arbeit wieder fit … -.-

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Katzencafés in Japan

Lange habe ich mich vor Katzencafés hier in Japan gesträubt, denn ich hatte so gar kein gutes Image von ihnen. Nach ein paar Besuchen kann ich nun sagen: Es gibt wie in jeder anderen Branche recht positive Beispiele, aber auch schwarze Schafe.

Worauf man bei Katzencafés achten sollte:

Geruch: Erschlägt es einen gleich am Eingang? Gleich wieder raus! Katzen sind sehr reinliche Tiere, ein starker Uringeruch bedeutet meistens, dass es zu wenige Toiletten für die Katzen gibt oder sie zu selten gereinigt werden. Außerdem kann es bei nicht kastrierten Katzen auf Revierstreitigkeiten hinweisen, was bedeutet, dass die Tiere unter konstantem Stress stehen. Zur Sicherheit kastrieren Katzencafébetreiber ihre Schnurrbartgesichter eigentlich grundsätzlich, aber wie gesagt, schwarze Schafe gibt es überall.

Atmosphäre: Wirken die Katzen entspannt? Haben sie Rückzugsmöglichkeiten, die vollkommen außer Reichweite der Besucher sind? Gibt es Streitigkeiten unter den Katzen? Wie reagieren die Katzen auf die anwesenden Mitarbeiter? Einen Eindruck davon kann man sich natürlich nur verschaffen, wenn man eine Weile in dem Café ist, aber Orte, die mir bei auch nur einem dieser Punkte negativ auffallen würde, würde ich demnächst meiden. Die Katzen in dem Katzencafé bei uns um die Ecke z.B. kleben ganz liebevoll an den Mitarbeitern, das hinterlässt einen sehr positiven Eindruck. Zudem hatten sie Rückzugsorte, an die man wirklich nicht herankommen konnte, weshalb sie sich die Katzen wie hier in der Schachtel auf dem Schrank einfach komplett vor den anwesenden Besuchern verkriechen konnten, wenn sie wollten. Allerdings konnten wir auch einige Streitigkeiten unter den anwesenden Katzen beobachten. Es ist zwar immer ein Mitarbeiter eingeschritten, aber den Katzen hat man die Anspannung teilweise schon angemerkt.

Zustand der Tiere: Krallen nur gekürzt oder gleich entfernt? Krallenziehen kann ich absolut nicht nachvollziehen und hat zum Glück in Japan auch noch nicht Einzug gehalten, aber Läden, die so etwas betreiben, würde ich meiden. Genauso Läden, deren Katzen eindeutig stumpfes Fell, Wunden, verklebte Augen & Co. haben. Solche Läden kümmern sich im Hinterstübchen nicht sehr gut um die Tiere und sollten nicht lange im Geschäft bleiben.

Alter der Katzen: Sind ausschließlich sehr junge Katzen anwesend? Die Vermutung liegt nahe, dass der Laden ältere Katzen schnell gegen jüngere austauscht, um besser beim Publikum zu punkten. Bei noch sehr neuen Cafés kann man da schwer ein Urteil treffen, aber ist ein Laden seit 5 Jahren im Geschäft und hat ausschließlich Katzen zwischen ein paar Wochen bis höchstens 3 Jahren dort, wirft das schon Fragen auf. Es gibt einige Läden, die meist ältere oder schwer vermittelbare Straßen- oder Tierheimkatzen (mit) aufnehmen und über den Cafébetrieb an neue Besitzer weitervermitteln zu versuchen. So was finde ich sehr löblich. Andere sind eher Pet Shops in disguise, auch ihre Katzen kann man erstehen, für einen fetten Batzen Geld, und ja, hier finden sich dann fast ausschließlich junge Katzen.

Meine Meinung zu Katzencafés:

Kei liebt Katzencafés, ich selbst hingegen kann mit ihnen auch nach mehreren Besuchen eher wenig anfangen. Wer gerne Katzen beobachtet, für den ist das sicher was, aber mir sind die Katzen zu übersättigt was menschlichen Kontakt angeht. Wenn man sie nicht gerade mit Leckerlis anlockt, wollen die meisten einfach nur in Ruhe gelassen werden, denn Kontakt zu Menschen haben sie jeden Tag mehr als genug und ich kann die Fellbälle daher auch gut verstehen. Und nur fürs Angucken sind mir Katzencafé dann aber doch ein wenig zu teuer … Gut, die gemeinsame Fütterung am Abend in dem Café bei uns um die Ecke war schon niedlich (*^^*)

Aber wenn ich kann, fahre ich für die volle Dosis Katze doch lieber zu Schwiegereltern und knuddle deren neuen Stubentiger.

(Ich will ja nicht prahlen, aber dieser Blogpost befand sich seit 1 Monat in meinem Speicher, einfach nur, weil ich zu faul war die Photos einzufügen. Ich werde immer besser! *Sarkasmus zu Ende*)

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“Ist es echt schon wieder so weit???” …

… dachte ich heute, als mich aus meinem Kalender der Vermerk “Visum erneuern” anlächelte. Hatte ich das ganze nicht gerade erst hinter mich gebracht? Tja, ein Jahr ist eben doch sehr viel kürzer, als manchmal scheint. Nun darf ich mich also wieder durch den Visumantrag quälen, doch wenigstens muss ich dieses Mal keinen 8-seitigen Fragebogen über meine Beziehung zu meinem Mann ausfüllen. Warten muss ich auf das neue Visum dann zwischen 2 Wochen und 3 Monate O_o Und da ich es spätestens nächstes Jahr im April parat haben muss, fang ich lieber jetzt schon damit an. Ach ja, rund 40€ kostet mich der Spaß auch noch. Aber mit etwas Glück bekomme ich dieses Mal mein Visum gleich über 3 Jahre.

Mein Knöchel bekommt derweil drei bis vier Mal die Woche Ultraschalltherapie und langsam scheint diese auch anzuschlagen. Die Schmerzen werden weniger, ich kann meinen Fuß wieder in alle Richtungen strecken … hat ja dann nur insgesamt 2 1/2 Monate gedauert -.- Aber so lange ich bald wieder ohne Einschränkungen durch die Gegend hüpfen kann, soll mir das recht sein. So sehr ich die Termine beim Arzt selbst hasse, so gerne gehe ich inzwischen fast zu den Therapiesitzungen. Im Gegensatz zum Arzt sind die Schwestern alle supernett, ich komm immer sofort ran, es gibt netten Smalltalk und nach der Sitzung ist mein Fuß so schön warm und schmerzfrei :3 Und trotzdem hoffe ich, dass ich es bald hinter mir habe … Wochenlang mit Schmerzen haben dann kräftetechnisch doch ein wenig ihre Spuren hinterlassen. Der Mangel an Blogposts ist auch dem geschuldet – ich habe einfach nichts zu erzählen, da ich die letzten paar Wochen eigentlich nur für Arbeit und Arztbesuche das Haus verlassen habe ^^;

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